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Corona-Folgen

Abverkäufe in Apotheken: Achterbahn im März

Berlin - Die Corona-Krise schüttelt die Apotheken durch wie kaum ein anderes Ereignis zuvor. Das macht sich auch im Absatz im März bemerkbar: Der Monat bescherte den Apotheken eine rasante Achterbahnfahrt – Boom und Einbruch lagen nur wenige Tage auseinander. Rx- und OTC-Geschäft explodierten nach ersten Zahlen von Insight Health um fast 60 Prozent, um dann um 20 Prozent unter den Vorjahreswert zu rutschen.

Nach Angaben von Insight Health explodierte der Rx-Absatz in der dritten Märzwoche um 52 Prozent gegenüber der ersten Märzwoche. Einen solchen Anstieg gab es noch niemals zuvor. Allerdings sank in der vierten Märzwoche der Rx-Absatz wieder, lag aber immer noch klar über dem Vorjahreswert. Laut Insight Health zeigt sich darin der oft beschriebene Vorzieheffekt: Insbesondere Chroniker versorgten sich angesichts der heraufziehenden Corona-Krise zum Quartalsende nochmals mit den notwendigen Arzneimitteln.

Der Corona-Effekt setzte sich auch nach Daten des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) erst im März durch. Im Januar und Februar lagen die Anstiege noch im Normalbereich: Im Januar steigt der Rx-Umsatz in den Apotheken noch um 5,36 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro und im Februar um 5 Prozent auf 3,1 Milliarden Euro jeweils gegenüber dem Vorjahr. Damit lagen die Rx-Ausgaben der Krankenkassen allerdings über dem für 2020 zwischen Kassenärzten und GKV-Spitzenverband vereinbaren Korridor von 4,2 Prozent. Für das Gesamtjahr prognostiziert der DAV Arzneimittelausgaben zulasten der Krankenkassen von gut 39 Milliarden Euro.

Eine regelrechte Berg- und Talfahrt legte der OTC-Absatz im März hin. Den gesamten Februar mussten die Apotheken nach Zahlen von Insight Health noch mit Absatzrückgängen zwischen 3,4 Prozent und 12,7 Prozent kämpfen. Im Februar reagierten die Kunden damit noch nicht auf die im Ausland bereits steigenden Corona-Infektionsraten. Mit 12,7 Prozent Absatzzverlust fiel die 8. Kalenderwoche ab dem 17. Februar am schwächsten aus.

Das änderte sich aber schlagartig eine Woche später. In der nächsten Kalenderwoche stieg der OTC-Absatz in den Apotheken bereits um 22,6 Prozent. In der 10. Kalenderwoche normalisierte sich der Absatz wieder auf ein Plus von 4,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, bevor eine Woche später der Run auf die Apotheken einsetzte: In der 11. Kalenderwoche verbuchten die Apotheken einen nie dagewesenen Absatzsprung von knapp 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mitte März hielt der Boom mit einem Plus von knapp 27 Prozent noch an. Dann folgte der Absturz: In der letzten Märzwoche sank der OTC-Absatz um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Besonders drastische entwickelte sich die Nachfrage bekanntlich bei Desinfektionsmitteln und Mundschutz: Laut Insight Health gab es bei OP-Masken im Januar einen massiven Sprung von teilweise mehr als 1500 Prozent im Vergleich zum Vormonat; bei Desinfektionsmitteln stieg die Nachfrage im Februar um 300 Prozent. Vor allem der Direkteinkauf bei den Herstellern explodierte. Kurz darauf waren viele Apotheken ausverkauft, die Zahlen von Insight Health zeigen einen deutlichen Rückgang in der Distribution.

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