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Probleme bei AvP

Wettstein: Das Geld ist sicher

Berlin - Mit der Ankündigung vom Freitag, dass alle ausstehenden Zahlungen angewiesen seien, hat AvP den Kunden Hoffnung gemacht. Doch noch immer haben nicht alle Apotheken das Geld auf ihrem Konto, die Verunsicherung wächst. Firmenchef Mathias Wettstein liefert eine Erklärung, woran es hakt – und warum niemand Angst um sein Geld haben sollte.

Laut Wettstein wurden Ende letzter Woche alle Überweisungen auf den Weg gebracht, einige seien direkt ausgeführt worden, andere leider nicht: Nach seinen Angaben sollten am Freitag 27 Millionen Euro überwiesen werden, tatsächlich seien es am Ende aber nur etwas mehr als 20 Millionen Euro gewesen. „Der Rest wurde heute ausgeführt“, versichert er gegenüber APOTHEKE ADHOC. Weitere 90 Millionen Euro, die heute fällig wurden, seien ebenfalls gerade auf dem Weg.

Laut Wettstein muss aktuell bei jeder Buchung händisch überprüft werden, ob sie tatsächlich ausgeführt wurde oder nicht. Um den Prozess zu beschleunigen, habe er auch personelle Konsequenzen gezogen und seine Mitarbeiter zur Eile angehalten. „Es kann jetzt nicht alles dreimal geprüft werden, die Apotheken warten auf ihr Geld.“ Er hofft, dass es nicht zu Doppelbuchungen kommt, denn das würde wiederum das Rechenzentrum finanziell schwer belasten.

Wettstein zufolge wurden bei AvP keine Konten blockiert, weder von der Commerzbank noch von anderer Seite. Weil die Gelder der Apotheker nicht auf dem Betriebsmittelkonto sondern auf einem Fremdkonto liegen, müssen sie sich laut Wettstein keine Sorgen um ihre Ansprüche machen. Das Geld der Apotheker sei sicher. „Es wurden nur eben leider nicht alle Überweisungen ausgeführt.“

Das ursprüngliche technische Problem in Folge des Serverumzugs sei mittlerweile behoben. „Eigentlich kann ich grünes Licht geben“, so Wettstein. Er zeigt sich vorsichtig optimistisch, dass ab morgen alles wieder reibungslos läuft. Garantieren kann der AvP-Chef das nach den vergangenen Tagen aber nicht.

Dass die Mitbewerber inzwischen aktiv um AvP-Kunden werben, ist auch Wettstein nicht entgangen. Doch bislang hält sich der Aderlass angeblich in Grenzen: Mehr als 100 Kunden haben nach seinen Angaben dem Rechenzentrum schon den Rücken gekehrt. Aber viele hätten auch erklärt, das solche Probleme leider auftreten und dass sie ihrem Rechenzentrum treu bleiben.

In der Kanzlei von Steuerberater Dr. Bernhard Bellinger häufen sich die Anrufe nervöser Apotheker, die noch immer auf ihr Geld warten. Wettsteins Ankündigung, dass die Zahlungen „sicher auf dem Weg“ seien, sei nicht so präzise, wie sich ein Jurist sich das wünschen würde, moniert Bellinger. „Wenn AvP den Überweisungsauftrag am Freitag erteilt hat, muss AvP am Montag über eine Bescheinigung der Hausbank verfügen, dass der Betrag überwiesen wurde, also die Commerzbank verlassen hat. Von daher wäre es sicher geschickter gewesen, wenn Wettstein formuliert hätte: ‚Die Zahlung an Sie ist von unserer Hausbank ausgeführt worden.‘“

Bei banküblichen Wertstellungspraxen müsste laut Bellinger eine Überweisung vom Freitagnachmittag von der Commerzbank an ein anderes Bankinstitut spätestens am Dienstag gegen 11 Uhr auf dem Empfängerkonto als Zahlung sichtbar sein. „Diese Zeit sollte man AvP geben, mehr aber nicht“, so der Steuerberater. Danach müsse AvP damit rechnen, dass die Apotheker ihre Kündigungsmöglichkeiten aus dem Vertragsverhältnis ausschöpften.

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