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Neue Abgaberegeln

Corona-Schutz stärkt die Apotheke

Berlin - Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Apothekern per Verordnung mehr Spielraum bei der Abgabe gegeben. Sie müssen sich nicht mehr sklavisch an die Rabattverträge halten, wenn ein Arzneimittel nicht verfügbar ist. Damit soll die Versorgung erleichtert und Kontakte in der Offizin möglichst reduziert werden. In den Apotheken kommen die Maßnahmen gut an, wie eine aposcope-Umfrage belegt. Wichtig ist den Teams in der Offizin vor allem, dass ihnen keine Retaxationen drohen.

Seit dem 22. April dürfen Apotheken im Rahmen der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung bei Nichtverfügbarkeit von Arzneimitteln auf eine andere Packungsgröße oder andere Dosierung ausweichen, ein wirkstoffgleiches Arzneimittel abgeben oder – nach Rücksprache mit dem Arzt – eines mit vergleichbarem Wirkstoff. Die neue Regel ist weithin bekannt und 14 Prozent der Teams haben die Umsetzung schon intern diskutiert. Allerdings gaben auch 8 Prozent der Befragten an, noch nichts von der Regelung gehört zu haben.

Die Apotheker haben bei den Optionen einen klaren Favoriten: Die Abgabe eines vorrätigen wirkstoffgleichen Arzneimittels halten ausnahmslos alle Befragten für sinnvoll, davon 84 Prozent für „sehr sinnvoll“. Und diese Möglichkeit wird auch schon in beinahe jeder Apotheke (98 Prozent) genutzt. Auch das Zurückgreifen auf eine andere Packungsgröße halten alle für sinnvoll und 72 Prozent nutzen diese Option bereits.

Sofern es mehr in den Bereich ärztlicher Tätigkeiten geht, sind die Apotheker etwas zurückhaltender: Eine Änderung der Dosierung bei Nichtverfügbarkeit des verordneten Medikaments halten zwar immer noch 89 Prozent für sinnvoll, aber jeder zehnte Befragte hat hierbei Bedenken. Die Abgabe eines anderen Wirkstoffs nach Rücksprache mit dem Arzt halten 13 Prozent für nicht sinnvoll. Trotzdem werden die meisten Apotheken auch diese Möglichkeit nutzen oder tun dies bereits.

Bei der Umsetzung der neuen Austausch-Freiheiten ist den Teams in den Apotheken vor allem eine Sache besonders wichtig: ein verlässlicher Schutz vor Retaxationen. 84 Prozent gaben an, dass diese Voraussetzung erfüllt sein muss, damit sie von den Maßnahmen Gebrauch machen. Ebenfalls wichtig sind die Rücksprachemöglichkeit mit dem Arzt (61 Prozent) und eine gute Information seitens der eigenen sich einen detaillierten Katalog vergleichbarer Wirkstoffe wünschen, weitere 7 Prozent hätten gerne Schulungen. Und 30 Prozent der Apotheker gaben an, nur bei bekannten Patienten von den erweiterten Freiheiten Gebrauch zu machen.

Aus Sicht der Apothekenteams sind damit gute Möglichkeiten gegeben, um soziale Kontakte zu reduzieren – und damit letztlich die Ausbreitung des Coronavirus zumindest zu verlangsamen. 87 Prozent stimmen dieser Aussage zu. Fast jeder Befragte (96 Prozent) findet die Maßnahmen zudem „pharmazeutisch sinnvoll“. Ebenso viele Teilnehmer finden, dass mit den erweiterten Kompetenzen eine Stärkung der Apotheke einhergeht.

An der aposcope-Umfrage nahmen am 26. April 2020 insgesamt 100 verifizierte Apotheker teil.

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