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Angst vor Apothekeninsolvenzen

AvP: Spitzengespräche in Berlin

Insolvenzen abwenden: Berlins Kammerpräsidentin Dr. Kerstin Kemmritz weist auf die Probleme der AvP-Apotheken hin.Foto: Falken Apotheke Weißensee

Berlin - Überall melden sich jetzt die Apothekerkammern und -verbände zur AvP-Insolvenz zu Wort. Alleine in Berlin und Brandenburg stehen demnach fast 200 Apotheken vor hohen Zahlungsausfällen und einer existenzgefährdenden Schieflage, wie Berlins Kammerpräsidentin Kerstin Kemmritz dem RBB Inforadio sagte. Nach ihren Aussagen laufen im Hintergrund auf allen Ebenen Gespräche.

Kemmritz betonte, nunmehr sei bei den Apotheken eine große Liquiditätslücke entstanden, da Zahlungen für teils mehr als einen Monatsumsatz ausgeblieben seien. Zwar habe es bereits ein Spitzengespräch mit Banken und Großhändlern gegeben, um eine unverschuldete Pleitewelle abzuwenden. Die Zahlungen fehlten jedoch weiterhin. Deshalb müssten betroffene Apotheker hohe Kredite aufnehmen, um die ausstehenden Summen voraussichtlich über mehrere Jahre zu überbrücken. Es sei völlig ungewiss, ob und wie viel Geld aus der Insolvenzmasse fließen werde.

Laut Kemmritz finden auf allen Ebenen Gespräche statt; zuletzt habe man das Thema in dieser Woche im gemeinsamen Krisenstab mit der Senatsverwaltung besprochen. Mittlerweile sei das Thema angekommen – und auch das Bewusstsein, dass es am Ende um Versorgungssicherheit gehe. „Ich bin guten Mutes, dass auf Bundes- oder Landesebene eine Lösung gefunden wird, die den Betroffenen Kollegen wirklich hilft und sie am Ende nicht noch mehr Geld kostet.“

In Berlin sind nach Angaben der Apothekerkammer 80 der 772 betroffen, dem Vernehmen nach liegt der Negativrekord bei 2,5 Millionen Euro. In Brandenburg ist etwa jede Fünfte der dort landesweit 565 Apotheken von Zahlungsausfällen betroffen. Es gehe je Größe der Apotheke um Monatsumsätze von mehreren Hunderttausend bis teils mehr als eine Million Euro, sagte Mathias Braband-Trabandt, Sprecher der Apothekerkammer Brandenburg dem Inforadio.

Die Apotheken müssten nunmehr die Rechnungen ihrer Großhändler, Steuern, Mieten und Löhne weiterzahlen. Wegen der ausbleibenden Einnahmen steckten sie tief in den roten Zahlen und gerieten in eine sehr ernste Situation. Zahlreiche Apotheken könnten eine weitere Kreditbelastung nicht stemmen oder erhalten kein weiteres Geld von der Bank. In Brandenburg geht in den nächsten zehn Jahren etwa jeder dritte Apotheker in die Rente.

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