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Großdemonstration

Apothekerin trommelt gegen Hetze

Berlin - Mehrere zehntausend Menschen werden am Samstag in Berlin für „Solidarität statt Ausgrenzung“ und „eine offene und freie Gesellschaft“ auf die Straße gehen. Eine Apothekerin versucht auf allen ihr möglichen Wegen so viele Menschen wie möglich für die #Unteilbar-Großdemonstration zu mobilisieren.

„Ich bin ein politisch interessierter Mensch und sehe mit Unbehagen, wie sich die Dinge im Land entwickeln“, sagt Anke Rüdinger, Inhaberin der Castello-Apotheke. „Damit die Demokratie im Land erhalten bleibt, sind wir alle gefordert. Darum finde ich es wichtig, so viele Menschen wie möglich auf die Straße zu bringen.“

Erst habe sie nur in ihrem eigenen Team für eine Teilnahme geworben. „Wer will, bekommt dann dienstfrei.“ Die Resonanz unter ihren Mitarbeitern sei sehr groß. Doch dann habe sie sich dazu entschlossen, die Kunde noch ein wenig breiter zu streuen. „Wir haben mittlerweile 156 Follower auf Facebook, vielleicht können wir den einen oder anderen von seinem Sofa holen.“

Die #Unteilbar-Großdemonstration startet am Samstag um 12 Uhr mit einer Auftaktkundgebung auf dem Alexanderplatz. Eine Stunde später setzt sich der Zug über den Potsdamer Platz, am Brandenburger Tor vorbei zur Siegessäule in Bewegung. „Wir lassen nicht zu, dass Sozialstaat, Flucht und Migration gegeneinander ausgespielt werden“, schreiben die Initiatoren. „Wir treten für eine offene und solidarische Gesellschaft ein, in der Menschenrechte unteilbar, in der vielfältige und selbstbestimmte Lebensentwürfe selbstverständlich sind. Wir stellen uns gegen jegliche Form von Diskriminierung und Hetze.“

Über 6000 Vereine, Initiativen und Einzelpersonen haben mittlerweile den Aufruf zur Demonstration mit unterzeichnet, darunter viele Politiker vornehmlich von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und der Linken. Unter den Institutionen finden sich neben vielen Trägern der Flüchtlings- und Migrationsarbeit auch die Deutsche AIDS-Hilfe, Unterbezirke von DGB, Verdi, GEW und Arbeiterwohlfahrt. Apothekervertretungen finden sich nicht in der Liste.

Apothekerin Rüdinger ist am Samstag mit ihrem Team und vollem Herzen dabei. „Ich möchte dafür sorgen, dass Deutschland ein Land ist, in dem ich, meine Kinder und meine Enkel noch gut leben können.“ Nur eine Pharmazeutin werde wohl bis zur regulären Schließzeit um 14 Uhr noch ausharren müssen. „Aber dann läuft die Demo ja noch, sie will dann noch zu uns stoßen.“

Der Einsatz für ihre Mitmenschen ende nicht mit der Großdemo, er werde auch im Kleinen jeden Tag groß geschrieben, betont Rüdinger. „Mir ist es wichtig, mich hier im Kiez sozial zu engagieren.“ So bitten die Apotheken im Fennpfuhl-Viertel ihre Kunden um Spenden für die jährlichen Kalender. Vor Kurzem erst wurden die Gelder in zwei Spielgeräte umgemünzt, die jetzt die grüne Freifläche zur Kinderplansche verschönern. Auch standespolitisch ist sie als erste stellvertretende Vorsitzende des Berliner Apotheker-Vereins (BAV) aktiv.

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