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Apothekenzahlen

Weniger Selbstständige, mehr Filialen

Berlin - Die Zahl der Apotheken in Filialverbünden steigt unaufhaltsam. Aktuell gehören nach Zahlen der ABDA 36,5 Prozent aller Apotheken zu einer „Minikette“ mit zwei, drei oder vier Betriebsstätten – das sind 7398 der insgesamt 20.249 Apotheken. Die Zahl der Einzelapotheken ist auf 12.851 zurückgegangen.

Insgesamt gab es am 31. Dezember 192 Apotheken weniger als Ende 2014, das entspricht einem Minus von 1 Prozent. Besonders dramatisch war der Rückgang bei den Einzelapotheken: 372 Inhaber gaben auf, das waren 2,8 Prozent. Insgesamt sank die Zahl der selbstständigen Apotheker um 1,9 Prozent auf 15.968.

Anderseits wurden 109 Filialen neu angemeldet – also entweder neu eröffnet oder aus einer Hauptapotheke umgewandelt. Das entspricht einem Zuwachs von 2,6 Prozent. Damit stieg die Zahlen der Apotheken in einem Filialverbund – also Hauptapotheken und Filialen – um 180 auf 7398. Die Zahl der Apotheken in 2er-Verbünden wuchs um 84 auf 4458 und die Zahl der Apotheken in 3er-Verbünden um 60 auf 1836. Zu einem Verbund mit vier Betriebsstätten gehören 1104 Apotheken, 36 mehr als im Vorjahr.

Anders ausgedrückt: Während 12.851 Approbierte nur eine Apotheke betreiben, haben 3117 zusätzlich mindestens eine Filiale, das waren 71 mehr als im Vorjahr. 2229 Pharmazeuten betreiben neben der Hauptapotheke eine Filiale, 612 zwei und 276 drei Filialen. 19,5 Prozent aller Inhaber sind damit Filialisten, im vergangenen Jahr waren es noch 18,7 Prozent. Nicht berücksichtigt sind größere Verbünde, bei denen mehrere Familienmitglieder jeweils mehrere Apotheken betreiben.



So wie ein Apotheker mehrere Apotheken betreiben kann, können auch mehrere Apotheker eine (oder mehrere) Apotheken zusammen betreiben. Dies ist laut Apothekengesetz (ApoG) nur als OHG oder Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) möglich. Beteiligungen in Form einer stillen Gesellschaft, versteckte Darlehen oder Gewinnbeteiligungen sind unzulässig, Ausnahmen und besondere Regeln gelten für die Verpachtung.

Aufgabenteilung liegt seit Jahren im Trend: Für das vergangene Jahr weist die ABDA 662 OHG-Apotheken aus. Zum Vergleich: 2004 waren es noch 381. Die Zahl steigt von Jahr zu Jahr, mal mehr, mal weniger. So gab es 2006 einen deutlichen Anstieg um fast 10 Prozent, 2012 sogar um mehr als 15 Prozent.

Der Anstieg verläuft parallel zur „Feminisierung“ des Berufsstandes – und hängt wohl auch damit zusammen: Die Frauenquote im Berufsstand liegt insgesamt sehr hoch: 2015 waren 89,1 Prozent der Beschäftigten in Apotheken weiblich. Zwar wird dieser Wert noch immer von den PTA, PKA und Pharmazeiingenieuren nach oben gezogen, doch auch der Anteil der Apothekerinnen in der Offizin nimmt stetig zu, zuletzt lag er bei 71,2 Prozent.



Bei den Inhabern liegen die Männer noch immer leicht vor ihren Kolleginnen: Von den 16.848 Apothekenleitern waren zum Jahresende 7843 weiblich, das entspricht 46,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr ist das sogar ein minimaler Rückgang, langfristig dürfte sich der Trend zu weiblichen Chefs in der Offizin aber fortsetzen. Die Zahlen bei den Studienabgängern folgt ebenfalls dieser Linie. Doch auch wenn irgendwann mehr Inhaber weiblich sind, heißt aber nicht, dass die Mehrheit der Apotheken von Apothekerinnen geführt wird: Die männlichen Kollegen neigen mehr zur Filialisierung.

OHG könnten künftig dabei helfen, das Apothekensterben zumindest abzubremsen. Denn immer öfter haben Inhaber Schwierigkeiten, einen Nachfolger zu finden. Das ist einer der häufigsten Gründe für Apothekenschließungen. Vor allem die Übergabe von Filialverbünden an Einzelapotheker wird zur wachsenden Herausforderung.

Zwei Apotheken lassen sich laut Axel Witte, Chef der Steuerberatungsgesellschaft RST, meist problemlos gemeinsam verkaufen. Bei größeren Verbünden wird es schwieriger. Andererseits ist eine Trennung des Verbunds auch kein Patentrezept: „Manche Verbünde sind so gut organisiert, dass die Synergieeffekte einen Großteil des Erfolgs ausmachen“, so Witte im Interview mit APOTHEKE ADHOC.

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