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TGL-Vorschlag für Spahn

Inhaber fordern PJ für PTA

Berlin - Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat angekündigt, dass er nicht nur das PTA-Schulgeld bundesweit abschaffen, sondern auch die Inhalte der PTA-Ausbildung modernisieren will. Die Apothekengewerkschaft Adexa und der Bundesverband Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (Bvpta) haben dazu ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt. Jetzt meldet sich auch die Tarifgemeinschaft Nordrhein (TGL) zu Wort und schrieb einen Brief an Spahn: Die TLG schlägt eine zwei Schuljahre und ein Jahr Praktikum vor.

In dem Schreiben an Spahn verweist die TLG auf den aktuellen Fachkräftemangel in den Apotheken und darauf, dass innerhalb der Standesorganisationen bislang kein Konsens zur Reform der PTA-Ausbildung gefunden habe. Mit dem eigenen Vorschlag reagiere man auf Spahns Aufforderung, eigene Ideen einzubringen. Man schlage eine Verlängerung auf drei Jahre vor, weil man von PTA-Schulträgern wisse, dass halbe Jahre nur schwer umsetzbar seien. Die TGL appelliert an Spahn, das Schulgeld von bis zu 440 Euro pro Monat für PTA alsbald abzuschaffen.

An Spahn übermittelt hat die TLG ihr eigenen PTA-Ausbildungskonzept. Zwei Aspekte machten eine Überarbeitung der bisherigen PTA-Ausbildung unumgänglich: der zunehmende Fachkräftemangel sowie neue fachliche Inhalte. „Die Attraktivität eines Berufs wird neben einem angemessenen Gehalt wesentlich durch Aufstiegschancen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten geprägt. Über eine höhere Qualifizierung ergeben sich Perspektiven für eine berufliche Weiterentwicklung, insbesondere, wenn der Abschluss mit der Fachhochschulreife verbunden ist“, so die TGL.

Die Anpassung an neue Lerninhalte sei zwingend notwendig und könne nicht durch eine bloße Modulation der vorhandenen Struktur bei gleicher Ausbildungsdauer, wie von der ABDA 2013 verabschiedet und noch nicht in Kraft, ersetzt werden. Die neue Apothekenbetriebsordnung (ApBetrO) und gesetzlich verankerte Beratungsleistungen, die weiterentwickelt würden und für das Image des Berufstandes von höchster Priorität seien, sowie nicht zuletzt ständig sich verkomplizierende Vertragsgrundlagen, die ein hohes Maß an Kommunikationsfähigkeit erforderten, machten eine Verlängerung der Ausbildung unumgänglich.

Daher schlägt die TGL vor, die PTA-Ausbildung in zwei Jahre theoretische Ausbildung und ein Jahr praktische Ausbildung mit begleitendem Unterricht zu teilen. Für das Curriculum bedeute dies, dass einzelne Fächer im 3. Ausbildungsjahr vertieft würden. Dies diene der Entlastung der beiden Theoriejahre und biete Zeit für neue Inhalte. Gleichzeitig sei die Motivation der Auszubildenden im 3. Ausbildungsjahr höher, wenn sie den direkten Praxisbezug vor Augen hätten, glaubt die TGL: „Das schafft eine erhöhte Lernbereitschaft und bietet sich die Möglichkeit, Theorie und Praxis viel enger miteinander zu verzahnen, was der Nachhaltigkeit des Lernerfolgs zugutekommt.“

Die Ausbildungsvergütung im 2. Halbjahr des Praktikums müsse deutlich erhöht werden, fordert die TGL. Für die Auszubildenden biete die Verlängerung des Unterrichts eine Verbesserung ihrer Qualifikation. Aktuelle, notwendige theoretische Grundlagen gefolgt von konkreter praxisbezogener Schulung sicherten die Qualität einer anspruchsvollen modernen Berufsausbildung.

Die TGL schlägt pro Woche einen „Ausbildungsnachmittag“ in der PTA-Schule mit drei Stunden Unterricht vor. Ausgehend von drei Unterrichtsstunden pro Woche in einem Ausbildungsjahr ergebe sich eine ungefähre Stundenzahl von 120 im 3. Ausbildungsjahr. „Bei der im Moment zugrundeliegenden Vergütung für Lehrköper würden sich die Kosten auf circa 3000 Euro pro Jahr belaufen“, rechnet die TGL vor.

Um PTA nicht nur auszubilden, sondern auch Perspektiven der persönlichen Weiterentwicklung in der Apotheke zu ermöglichen, solle auch „der Aspekt der Weiterbildung bedacht und ausgebaut werden“. „Gut ausgebildete, motivierte PTAs werden sich weiterbilden wollen“, so die TGL.

In ihrem gemeinsamen Positionspapier fordern auch Adexa und der BVpta umfassende Änderungen am Gesetz über den Beruf des pharmazeutisch-technischen Assistenten (PharmTAG) sowie an der Ausbildungs- und Prüfungsordnung (PTA-APrV). „Beide Regelwerke bilden weder den aktuellen Stand noch zeitgemäße Kompetenzen von PTA ab“, so Sabine Pfeiffer-van Rijswijk, Vorsitzende des BVpta. Die Ausbildungsdauer soll auf 36 Monate verlängert werden, also 30 Monate PTA-Fachschule und wie bisher sechs Monate Praktikum.

Ausbildungsschwerpunkte und Themen seien nach zeitgemäßen Erfordernissen aufzustocken und die Ausbildungsstandards bundesweit anzugleichen. Zum zeitgleichen Erwerb eines Fachhochschulabschlusses sollen zusätzlich Deutsch und Mathematik sowie eine Fremdsprache erforderlich werden. Das Dokument haben Adexa und der BVpta an den Gesundheitsausschuss im Bundestag geschickt.

Mit Blick auf den 50. Geburtstag des PTA-Gesetzes hatte Adexa im März eine Umfrage unter PTA gestartet. Eine 2,5-jährige Ausbildung, lautete danach der Wunsch der Befragten. An der Online-Umfrage der Adexa nahmen etwa 900 PTA teil. Das Ergebnis zur Verlängerung der Schulzeit war eindeutig – 77 Prozent stimmten dafür. 54 Prozent forderten eine Verlängerung der Schulzeit um sechs Monate und 23 Prozent wünschten sich eine sechsmonatige Verlängerung der Praktikumszeit. Nur 19 Prozent fanden die Ausbildungszeit angemessen.

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