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Hessen

Zwei PTA-Schulen akut gefährdet

Berlin - Die PTA-Schule in Frankfurt ist in Geldnöten. Der Hessische Apothekerverband (HAV) trägt die Schule daher über eine Stiftung. Bis Jahresende ist die Finanzierung damit gesichert – dann soll ein neuer Träger übernehmen. Die PTA-Ausbildung in Kassel ist ebenfalls gefährdet.

Nachdem staatliche Fördergelder gestrichen wurden, ist der HAV über die Stiftung Collegium Pharmazeuticum Träger der PTA-Schule in Frankfurt. Mit einem Geldbetrag, den der Verband nicht näher beziffern will, wurde der Haushalt der Schule aufgestockt. Die hessischen Delegierten stimmten den Finanzierungsmaßnahmen einstimmig zu. Mit den Geldern sollen laut HAV die laufenden Kosten bezahlt werden. Zumindest bis zum Jahresende: Danach soll ein anderer Träger die Schule in Frankfurt übernehmen. Hierzu laufen offenbar bereits Gespräche.

Denn grundsätzlich sei die Kostenverlagerung zum Apothekerverband keine langfristige Lösung, heißt es vom HAV. An sich könnte sich die Schule über das monatliche Schulgeld von 390 Euro selbst finanzieren. Jedoch sind nicht alle der 140 zur Verfügung stehenden Ausbildungsplätze belegt, berichtet Schulleiterin Bärbel Meißner. Im neuen Jahrgang wurde etwas mehr als 40 neue Schüler aufgenommen, im zweiten Ausbildungsjahr sind 48 Schüler. Allein bis zum Jahresende fehlt der Schule also rechnerisch ein mittlerer fünfstelliger Betrag.

Meißner geht davon aus, dass das hohe Schulgeld der Grund dafür ist, dass Plätze nicht vergeben werden. Denn die Nachfrage nach PTA sei sehr hoch. Der Bedarf müsse an potenzielle Auszubildende besser kommuniziert werden.



Einzelne Apotheker engagieren sich mit Ausbildungsstipendien für den Fachkräfte-Nachwuchs. Die Rats-Apotheke im hessischen Michelstadt schrieb ein PTA-Stipendium für die Ausbildung an der Frankfurter Schule aus. Inhaberin Jutta Sommer will einem Schüler die gesamte Ausbildung finanzieren. Anschließend soll dieser mindestens drei Jahre in der Rats-Apotheke arbeiten. Für diese Sicherheit investiert Sommer rund 10.000 Euro.

Die PTA-Schule in Kassel wurde bereits 1968 gegründet. Die Zukunft der Schule ist seit 2014 ungewiss. Der letzte PTA-Jahrgang an der Willy-Brandt-Schule soll noch zum Abschluss geführt werden, teilt der HAV mit. In diesem Jahr hat die Schule keinen neuen Jahrgang aufgenommen. Auch die PTA-Schule in Schweinfurt nahm 2016 erstmals seit fünf Jahren keine neuen Schüler auf.

Zuletzt übernahmen die Bernd-Blindow-Schulen die Ausbildungsstätte in Kassel als Träger. Ab September 2017 soll der erste Jahrgang an der privaten Schule starten. Wie viele Schüler aufgenommen werden können und wie hoch das Schulgeld ausfallen wird, konnte die Schulzentrale noch nicht sagen. Nur wenn eine Klasse zusammenkommt, wird es in Kassel weiterhin eine PTA-Schule geben.

Die Blindow-Gruppe bildet PTA zudem an ihren Berufsschulen in Aalen, Baden-Baden, Berlin, Bonn, Friedrichshafen, Hannover, Heilbronn, Leipzig, Mannheim, Schwentinental und Bückeburg aus.

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