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So kommt die Medizin ins Kind

Fünf Tipps zur Medikamentengabe bei Kindern

Jede Applikationsform hat ihre Tücken: Einige Tipps und Tricks können die Verabreichung von Medikamenten bei Kindern erleichtern.Foto: Pixabay

Berlin - Weglaufen, Mund zu halten oder direkt ausspucken: Die Verabreichung von Medikamenten bei Kindern kann Eltern unter Umständen vor Herausforderungen stellen. Doch damit die Arzneimittel richtig wirken und helfen können, ist es wichtig, dass sie sicher appliziert werden. Hier kommen fünf Tipps, damit die Medizin sicher im Kind landet.

Tipp eins: Stehen, sitzen, liegen – die Lage macht´s!
Damit ein eventuelles Verschlucken verhindert wird, sollten die Kinder den Oberkörper aufgerichtet haben und sich stets in einem Winkel von mindestens 45 Grad befinden. Eine Einnahme im Liegen sollte hingegen vermieden werden. Ältere Kinder sollten Medikamente stets im Sitzen oder Stehen einnehmen. Lediglich für die Applikation von Nasentropfen kann eine liegende Verabreichung sinnvoll sein: Dies gilt vor allem für Säuglinge. Denn die Tropfen können nur an ihren Wirkort gelangen, wenn der Kopf in den Nacken gelegt wird.

Tipp zwei: Einmalspritzen statt Löffel
„Medizin soll nicht schmecken, sondern helfen“: Dieser Ratschlag wird kaum ein Kind überzeugen. Häufig sind Säfte und Tropfen daher mit Geschmackskorrigenzien versetzt. So wird der unangenehme Eigengeschmack der Wirkstoffe verschleiert. Viele Kinder streiken dennoch bei der Verabreichung. Oft kann es helfen, den Saft nicht mit einem Löffel zu verabreichen, sondern die gewünschte Menge in eine Einmalspritze aufzuziehen: So ist zum einen die Dosierung genauer und das Arzneimittel kann den Kindern hinter die Backenzähne in die Wangentasche gespritzt werden. So umgeht man die Geschmackspapillen und die Kinder tun sich mit dem Schlucken leichter.

Tipp drei: Anatomie nutzen
Da die Augen besonders empfindlich sind, kann die Verabreichung von Augentropfen schwierig sein: Die Augen müssen jedoch nicht zwangsläufig weit geöffnet sein, um Ophtalmika zu applizieren. Das Arzneimittel kann auch bei geschlossenem Auge geträufelt werden: Dazu wird das Kind waagerecht auf den Rücken gelegt und zuerst das innere Augenlid von Schmutz oder Sekret vorsichtig mit Kochsalzlösung befreit. Anschließend wird ein Tropfen in die Kuhle des Augenwinkels gegeben. Öffnet das Kind die Augen, findet die Flüssigkeit ihren Weg ins Auge. Indem das Unterlid vorsichtig in Richtung Wange gezogen wird, kann dieser Prozess noch erleichtert werden, ohne dass der Tropfen wieder herausläuft. Zur Sicherheit können auch zwei zusammenhängende Tropfen ins Auge gegeben werden: Da die Kapazität des Bindehautsacks begrenzt ist, ist eine Überdosierung quasi ausgeschlossen und die überschüssige Menge läuft einfach hinaus.

Tipp vier: Den Schlaf ausnutzen
Für die Verabreichung von Ohren-und Augentropfen eignet sich der Schlaf besonders gut: Beide Arzneiformen sollten nicht zu kalt sein, um Reizungen zu vermeiden. Das Fläschchen sollte daher am besten einige Zeit in der Hand erwärmt werden. Ohrentropfen können während des Schlafens leicht eingeträufelt werden. Natürlich ist darauf zu achten, dass es durch plötzliche Bewegungen nicht zu Verletzungen kommen kann. Augentropfen können wie oben beschrieben appliziert werden.

Tipp fünf: Das umgedrehte Zäpfchen
Die Applikation von Suppositorien ist oft besonders schwierig: Verkrampft sich das Kind oder strampelt wild um sich, ist ein schmerzfreies Einführen nicht möglich. Am besten gleitet das Zäpfchen, wenn das Kind entspannt ist. Daher kann es sinnvoll sein es mit einem Kuscheltier oder durch eine andere Person abzulenken. Bei Kleinkindern eignet sich besonders das Windelwechseln zur Verabreichung, da dieser Vorgang den Kindern bekannt ist und nicht mit der Applikation in Verbindung gebracht wird.

Normalerweise werden Zäpfchen mit der abgerundeten Seite zuerst in den After eingeführt. Dreht man sie jedoch um und schiebt die stumpfe Seite voran, werden sie nicht so leicht wieder herausgedrückt. Nach der Applikation sollten die Pobacken leicht zusammengedrückt werden. Viele Eltern schmieren die Zäpfchen mit Creme oder Vaseline ein, davon ist jedoch abzuraten, da der Wirkstoff eventuell nicht mehr so gut über die Schleimhäute aufgenommen wird. Stattdessen reicht es, das Zäpfchen in der Hand etwas anzuwärmen, damit es anschmilzt und geschmeidig wird.

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