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Hypertonie

Fresh-up: Betablocker

Kardioselektivität: Innerhalb der Gruppe unterscheidet man zwischen selektiven und nicht-selektiven Betablockern. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Betablocker gehören zu den meistverordneten Arzneimitteln: Sie werden unter anderem gegen Bluthochdruck eingesetzt. Doch wie war das nochmal genau mit Wirkung, Selektivität und typischen Nebenwirkungen? Hier kommt ein kleiner Überblick.

Betablocker gehören zur Gruppe der Antihypertonika. Die Wirkungen beruhen auf dem kompetitiven Antagonismus an den Beta-1- und Beta-2-Rezeptoren. Dort verdrängen sie die Neurotransmitter Noradrenalin und Adrenalin und hemmen deren aktivierende und stimulierende Effekte. Sie senken den Blutdruck und die Herzfrequenz, indem sie peripher gefäßverengend wirken. Außerdem haben sie antiarrhythmische Eigenschaften, entlasten das Herz und reduzieren den Sauerstoffverbrauch des Herzens.

Der erste Betablocker war Propranolol, er wurde in den 1960er Jahren entwickelt, später folgten weitere Wirkstoffe. Innerhalb der Gruppe unterscheidet man zwischen selektiven und nicht-selektiven Betablockern. Am Herzen sind vor allem Beta-1-Rezeptoren zu finden: Sie regen die Herzleistung und den Bludruck an. Aufgrund dieser spezifischen Wirkung ist eine hohe Beta-1-Selektivität von Vorteil. Diese Eigenschaft wird häufig auch „Kardioselektivität“ genannt. Die selektivste Substanz ist Bisoprolol, andere selektive Betablocker sind Metoprolol, Nebivolol, Atenolol.

Eine Anregung der Beta-2-Rezeptoren hat hingegen auch Einfluss auf die glatte Muskulatur von Bronchien, Gebärmutter und Blutgefäßen. Eine Blockade dieser Rezeptoren erhöht den Tonus der glatten Muskulatur, was zu deren Verkrampfung führen kann. Dadurch kommt es bei nicht-selektiven Vertretern wie denen Propranolol, Timolol, Carvedilol und Sotalol häufig zu einer Verengung der Bronchien mit Kurzatmigkeit bishin zu Atemnot.

Aufgrund ihrer vielseitigen Wirkungen werden Betablocker nicht nur bei zu hohem Blutdruck eingesetzt, sondern auch bei anderen Herzerkrankungen wie Herzinsuffizienz, Angina pectoris, koronarer Herzkrankheit (KHK), Tachykardie und anderen Arrhythmien. Außerdem finden sie Einsatz bei Migräne, Angststörungen, Hyperthyreose und Glaukom. Die häufigsten Nebenwirkungen sind Bradykardie, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Arrythmien, Durchblutungsstörungen der Extremitäten, Potenzstörungen, gastrointestinale Beschwerden und niedriger Blutdruck.

Betablocker sollen zudem die Entwicklung einer Schuppenflechte auslösen oder deren Symptomatik verstärken können. Außerdem muss beachtet werden, dass Wirkstoffe dieser Gruppe die Symptome einer Hypoglykämie unterdrücken, da diese auf der Adrenalinausschüttung beruhen. Daher sind Betablocker sind unter anderem bei schlecht eingestelltem Diabetes mellitus kontraindiziert. Weitere Gegenanzeigen bestehen bei manifester Herzinsuffizienz, Bradykardie mit Herzfrequenzen unter 50 Schlägen pro Minute, Hypotonie, obstruktiven Atemwegserkrankungen wie schwerem Asthma und peripheren Durchblutungsstörungen.

Zu Beginn der Behandlung werden Betablocker eingeschlichen, um die Nebenwirkungen möglichst gering zu halten. Die Konzentration wird langsam über Wochen erhöht, bis der gewünschte Effekt erreicht ist. Wird die Therapie abgebrochen, darf ein Betablocker niemals abrupt abgesetzt werden: Dadurch kann zu einer überschießenden Herzfrequenz und einem Blutdruckanstieg, sowie zu Herzrhythmusstörungen kommen.

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