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Philippinen, Bosnien und Herzegowina

Ausländische PTA-Schüler: „Sie sind sehr fleißig“

Berlin - PTA-Schulen müssen ausländische PTA bei der Anerkennungsprüfung nicht unterstützen. Bewerber aus dem Ausland haben es nicht leicht und werden von manchen Lehranstalten abgelehnt. Anders in der Bernd Blindow-Schule in Mannheim. Schulleiterin Silke Dittmar unterstützt derzeit drei Frauen beim Anpassungslehrgang. „Ich will natürlich, dass sie alle bestehen“, sagt sie. Sie müssten durch die „Dittmarsche-Prüfung“. APOTHEKE ADHOC begleitet die drei auf ihrem Weg zur „fertigen“ PTA.

Hierzulande darf der Beruf der PTA nur mit staatlicher Anerkennung ausgeübt werden. Nach erfolgreich bestandener Prüfung wird diese Erlaubnis erteilt. Bis dahin ist es für die drei Frauen in Mannheim noch ein weiter Weg: Danica von den Philippinen sowie Zorana und Edina aus Bosnien und Herzegowina werden gerade an der Bernd Blindow-Schule ausgebildet.

Dittmar half bereits einer PTA aus Bosnien erfolgreich in die Apotheke. Sie hat mit ausländischen Schülern gute Erfahrungen gemacht. „Die damalige Schülerin hat mit einer 1 bestanden, sie war sehr eifrig und sprach gut Deutsch.“ Mittlerweile arbeite sie in einer öffentlichen Apotheke. „Ich glaube, das hat sich herumgesprochen.“ Pro Jahr kämen drei bis fünf Anfragen, meist von PTA, die außerhalb der EU die Ausbildung gemacht haben und sie sich hier anerkennen lassen wollten.

Das Anerkennen verläuft immer individuell. Dittmar muss dem Regierungspräsidium einen Plan vorlegen, wie viele Stunden die PTA-Anwärter pro Fach ableisten müssen. Die Anerkennung kann entweder ohne vorherige schulische Ausbildung als „Kenntnisprüfung“ oder inklusive Unterricht als „Anpassungslehrgang“ erfolgen. „Ich finde es besser, wenn sie vor der Prüfung Fächer in der Schule belegen“, so Dittmar. Die jetztigen drei Anwärterinnen sein „sehr fleißig“.

Zorana und Edina bekämen viele Stunden angerechnet. „Ich war zu Besuch in Deutschland und mir hat es hier sehr gut gefallen. Nach meiner PTA-Ausbildung habe ich mich entschieden, in ein neues Land zu gehen“, sagt Zorana. Die 21-Jährige musste zu Hause einige Monate warten, bis sie ein Visum erhalten hat. „Das war nicht so einfach“, sagt sie. Sie spricht gut Deutsch und hat vor der PTA-Anerkennung ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolviert.

Die 39-jährige Edina ist erst seit acht Monaten in Deutschland. Mit der Sprache tut sie sich noch etwas schwer. „Mittlerweile versteht sie alles gut und das sprechen wird auch besser“, sagt Dittmar. Edina hat Verwandte in Deutschland und wird von einer Apotheke unterstützt, in der sie nach der Anerkennung arbeiten kann. „Die Situation in meinem Land ist sehr schwierig“, sagt sie, vor allem mit dem Blick auf die Zukunft ihrer Tochter. Im August kommt auch sie nach Deutschland.

Sehr gut Deutsch spricht die 25-jährige Danica. „Ich habe schon sehr früh angefangen, die Sprache zu lernen.“ Auf den Philippinen absolvierte sie bereits ein einjähriges Pharmazie-Studium sowie insgesamt 960 Stunden praktische Tätigkeit in einer Apotheke. Doch die Ausbildung in dem südostasiatischen Land sei weniger praxisnah und die Schule dort lege weniger Wert darauf, dass die Schüler den Stoff auf wirklich verstehen. Die Aussichten auf einen Job in Deutschland sind für sie leider nicht rosig: „Ich möchte hier gerne arbeiten, aber es ist schwierig mit der Genehmigung.“ Aber sie will dafür kämpfen.

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