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Apothekenzahlen

Weniger Inhaber, kaum noch neue Filialen

Berlin - Die Zahl der Apotheken in Deutschland ist Ende 2017 auf 19.748 gesunken. Das sind genau 275 Apotheken oder 1,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Ende 2016 gab es noch 20.023 Apotheken. Damit hat sich der Rückgang weiter beschleunigt – nach minus 226 im Jahr 2016 und minus 192 im Jahr 2015, teilte jetzt die ABDA mit. Besonders deutlich ist das Minus bei den Hauptapotheken, doch auch der Trend zur Filialisierung schwächt sich ab.

Die aktuelle Zahl markiert den tiefsten Stand seit 30 Jahren – 1987 gab es in Ost- und Westdeutschland zusammen 19.637 Apotheken. Der aktuelle Rückgang ergibt sich aus dem Saldo von 120 Neueröffnungen und 395 Schließungen.

Auffällig ist laut ABDA, dass auch der Trend zur Eröffnung von Filialen immer schwächer wird und die Schließung von Haupt- beziehungsweise Einzelapotheken immer weniger kompensieren kann: Mit nur 96 Zugängen liegt das Wachstum bei 2,17 Prozent und damit auf dem geringsten Niveau seit Zulassung des beschränkten Mehrbesitzes im Jahr 2004. Ende 2017 gab es 15.236 Hauptapotheken und 4512 Filialen. Der Anteil der Filialen stieg damit von 22,05 auf 22,85 Prozent.

„Nicht nur die Zahl der Apotheken, sondern auch die Zahl der Inhaber sinkt immer weiter“, kommentierte ABDA-Präsident Friedemann Schmidt die Statistik. „Und das schmerzt besonders. Wenn so viele Apotheker keine Perspektive mehr für eine Existenz als Selbstständige sehen, liegt das nicht nur am scharfen Wettbewerb, sondern leider auch an den ordnungspolitischen Rahmenbedingungen.“

Schmidt weiter: „Derzeit haben wir noch eine flächendeckende Versorgung. Wenn wir uns aber auf Dauer bei rezeptpflichtigen Medikamenten einen unsinnigen Preiswettbewerb mit ausländischen Arzneimittelversendern liefern müssen, wird das nicht mehr so bleiben.“

Laut Schmidt ist insbesondere die weggefallene Preisbindung bei ausländischen Versandhändlern ein Problem für die Präsenzapotheken. „Deshalb brauchen wir dringend und schnell ein Gesetz, das wieder einheitliche Preise bei rezeptpflichtigen Medikamenten herstellt. Möglich wird das über ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln.“

Nach wie vor größter Kammerbezirk bleibt Bayern; hier wurden noch keine offiziellen Zahlen veröffentlicht, genauso wie aus Berlin und Sachsen-Anhalt. In Baden-Württemberg gab es nach einer Umfrage von APOTHEKE ADHOC in den Kammerbezirken am 31. Dezember 2506 Apotheken. Vor einem Jahr waren es noch 2547 Apotheken. Das ist ein Rückgang von 1,6 Prozent.

In Nordrhein sank die Zahl der Apotheken um 45 auf 2237 Apotheken. Damit fiel hier der Verlust deutlich höher aus als im Vorjahr, als die Apothekenzahl um 29 auf 2282 sank. In Niedersachsen gab es 38 Schließungen und 13 Eröffnungen. Damit gab es Ende 2017 noch 1935 Apotheken, das sind 25 weniger als im Jahr zuvor. In Westfalen-Lippe gab es bereits 2016 erstmals seit 1980 wieder weniger als 2000 Apotheken: Dieser Trend hat sich 2017 verstärkt. Hier schlossen netto 25 Apotheken. Damit sank die Apothekenzahl im Kammerbezirk um 1,25 Prozent auf 1973.

In Rheinland-Pfalz gab es Ende 2017 noch 1002 Apotheken, davon 774 Hauptapotheken und 228 Filialen. Ein Jahr zuvor gab es mit 1024 noch 22 Apotheken mehr. In Hessen gab es 25 Schließungen und zehn Neueröffnungen. Damit sank die Zahl der Apotheken von 1502 auf 1485.

Prozentual am härtesten betroffen von den rückläufigen Apothekenzahlen sind mit Rückgängen von 6,78 Prozent Hamburg (385 Apotheken, minus 28) sowie mit 5,23 Prozent Bremen (145 Apotheken, minus 8) und mit 2,59 Prozent das Saarland (301 Apotheken, minus 8).

In Sachsen gab es mit 0,61 Prozent eine relativ geringen Rückgang von 988 auf 982 Apotheken. In Schleswig-Holstein sank die Apothekenzahl um 18 auf 658 und in Thüringen um 8 auf 546. In Mecklenburg-Vorpommern gab es Ende 2017 mit 404 Apotheken zwei Apotheken weniger als Ende 2016 (minus 0,49 Prozent)

Ein weiterer Trend lässt auch aus dieser vorläufigen Statistik ablesen. Die meisten Apotheken schlossen proportional in den Stadtstaaten. Unterdurchschnittliche Verluste verzeichneten hingegen ostdeutsche Kammerbezirke wie Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen.

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