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Gesundheitsterminals

DAK-Terminals in Apotheken

Berlin - Für die Gesundheitsterminals in Apotheken hat sich mit der DAK-Gesundheit eine große Krankenkasse gefunden. Die Deutsche Gesellschaft für Infrastruktur und Versorgungsmanagement (DeGIV) hofft auf neuen Rückenwind für das Projekt, das bislang nur langsam vorankommt. Nun werden ausgewählte Apotheken in den Regionen Hamburg und Dresden mit Gesundheitsterminals ausgestattet.

Die Terminals ermöglichen damit nun auch den DAK-Versicherten direkte Kommunikation mit ihrer Kasse. Der Service ist für die Versicherten kostenfrei. Auch den teilnehmenden Apotheken entstehen für Terminals keine Kosten. Über eine sicherer Funkverbindung sind die Geräte mit der Kasse verbunden.

Die Kommunikation erfolgt über die persönliche Versichertenkarte, die wie einen Geldkarte beim Bankautomaten eingeführt werden muss. „Damit haben Apotheken vor Ort eine hervorragende Möglichkeit, sich durch einen modernen, hochsicheren und selbsterklärenden digitalen Zugangspunkt von den Versandapotheken abzuheben“, so die DeGIV.

Bis zum Jahresende will die Firma 500 Gesundheitsterminals in Apotheken, Ärztezentren und Krankenhäusern aufgestellt haben. Neben der DAK sind bereits einige Betriebskrankenkassen im Boot. Ziel der DeGIV ist eine bundesweite flächendeckende Versorgung. Dazu sollen insgesamt 7500 Terminals installiert werden, davon 6000 in Apotheken.



Bis dato wurden erst 50 Apotheken mit den Geräten ausgestattet. „Der alte Plan kann nicht eingehalten werden, da der neue Partner nicht im zweiten, sondern erst im dritten Quartal eingestiegen ist“, erklärt Geschäftsführer Dieter Rittinger.

Das Gesundheitsterminal besteht aus einem Touchpad, einem Lesegerät für die elektronische Gesundheitskarte (eGK), einem Unterschriftenfeld, einem Drucker für Belege und einer Kamera, mit der Dokumente gescannt und Fotos für die eGK erstellt werden können. Über eine eigene Datenleitung der DeGIV werden die Informationen an die Krankenkasse geschickt.

Die Handhabung der Terminals ist laut Rittinger sehr einfach und erfordert keine Anleitung durch das Personal. Das bestätigt auch Apothekerin Elisabeth Schmidt von der Meinhard-Apotheke. Bereits im September 2015 wurde in ihrer Offizin ein Gesundheitsterminal aufgestellt. Krankschreibungen oder Rechnungen können damit direkt aus der Apotheke verschickt werden.



Schmidt zog aber ein gemischtes Resümee: Von Versicherten der BKK Werra-Meißner werde der Service gut angenommen, sagte sie. Schätzungsweise zehn Kunden pro Tag nutzten das Terminal – meist für die Sendung von Krankenscheinen. „Wir haben hier einen großen Anteil an BKK-Patienten“, räumte sie ein. Nun komme aber noch die DAK als Partner hinzu; zudem seien Funktionen geplant, die immer für alle zugänglich sein sollen, heißt es von der DeGIV.

Die Handhabung der Terminals sei sehr einfach: „Selbst ältere, nicht computeraffine Menschen können mit dem großen Bildschirm und Touchpad gut umgehen“, berichtet Schmidt. Nur ganz selten müsse ein Mitarbeiter einem Kunden bei der Bedienung des Geräts helfen.

Doch Versicherte der Krankenkassen, die mit der DeGIV keinen Vertrag geschlossen haben, zeigten wenig Interesse an dem Gerät. „Darauf hatte die Gesellschaft vermutlich spekuliert, aber die Kunden fragen uns nicht, warum ihre Kasse das nicht anbietet“, berichtete Schmidt. Auch hatte die Apothekerin gehofft, wegen des neuen Services Kunden zu gewinnen. Doch das sei nicht eingetreten. „Manche Patienten kommen in die Apotheke, verschicken ihre Krankschreibung und gehen sofort wieder“, sagte Schmidt.

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