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Rx-Versandverbot: Redmann übergibt Petition

Berlin - Apotheker Christian Redmann hat am Freitagmittag die von ihm initiierte Petition für ein Rx-Versandverbot übergeben. Mehr als 56.650 Unterschriften konnte er sammeln – wenn auch langsamer als geplant – und hofft nun, dass sich das Parlament seiner Forderung annimmt.

Im Mai ging es mit den Unterschriften von 200 Kollegen los. Nachdem das Thema Rx-Versandverbot es zwar in den Koalitionsvertrag schaffte, dann jedoch schnell von einem Mantel des Schweigens umhüllt wurde, wollte Redmann etwas unternehmen. Insbesondere erboste ihn, dass Spahn und die ABDA Stillschweigen über den politischen Fortgang des Projekts vereinbart hatten. Öffentlichkeit musste also her. Auf openpetition.org startete der Apotheker aus Oberfranken seine Petititon.

In der Begründung verwies Redmann darauf, dass durch politische Hängepartien, Verzögerungen während der vorherigen Regierung, während der Regierungsbildung sowie der zunehmenden Zahl geschlossener Apotheken das deutsche Gesundheitssystem in eine bedrohliche Schieflage gerate – „eine Entwicklung, die dringend aufgehalten werden muss“. 150.000 hoch qualifizierte, familienfreundliche Arbeitsplätze vor Ort stünden auf dem Spiel – von den Existenzen der Apothekeninhaber nicht zu reden.

Das Versorgungssystem, das seit Jahren gewachsen sei und sich bewährt habe, drohe erst auszudünnen und zuletzt zusammenzubrechen – zulasten der Patienten. Ein adäquater Ersatz durch „sogenannte Versandapotheken“ sei nur auf den ersten Blick eine Alternative und gewährleiste in keinem Fall eine gleichartige Versorgungsqualität mit persönlicher Hinwendung zum Patienten. Redmann fordert mit der Petition: „Bitte unterstützen Sie Ihre Apotheke vor Ort und helfen Sie mit, dass die schnelle Versorgung und eine gute Beratung durch das Versandverbot nachhaltig bestehen bleiben.“

Dafür sorgte die Petition für Gesprächsstoff in der Branche. Bereits wenige Tage nach dem Start hatten prominente Branchenvertreter unterzeichnet, darunter der Präsident der Bundesapothekerkammer (BAK), Dr. Andreas Kiefer, der Präsident der Apothekerkammer Bayern, Thomas Benkert, die Präsidentin der Apothekerkammer Westfalen-Lippe, Gabriele Overwiening, und Rainer Bienfait, Vorsitzender des Berliner Apothekervereins. Doch schon kam die erste Kontroverse, als sich ABDA-Präsident Friedemann Schmidt weigerte, zu unterschreiben – mit der Begründung, dass das Unterzeichnen von Petitionen nicht zur politischen Verbandsarbeit gehört.

Doch davon ließ Redmann sich nicht unterkriegen und trommelte weiter: So hat er alle 93 PTA-Schulen angeschrieben, um für Unterstützung zu werben. Auch auf Youtube wurde mit einem Video von Priska Harmama und Ann-Kathrin Kossendey-Koch geworben: „Es muss eine gute Lösung für die Apotheken in Deutschland gefunden werden. Unterschreib auch Du“, lautete die Aufforderung. Besondere Unterstützung erhielt er von Noweda: In einem Brief an alle Mitglieder und Kunden forderte die Genossenschaft zur Unterzeichnung der Petition auf.

Für den Petitionsausschuss des Bundestages wiederum hat die Petition keine automatische Relevanz. „Bezüglich privater Petitionsplattformen ist von Seiten des Petitionsausschusses des Deutschen Bundestages keine Auskunft möglich“, teilte ein Sprecher des Bundestages bereits zuvor mit. Um eine Behandlung seiner Petition im Bundestag zu erreichen, müsste Redmann sie auch offiziell als Bundestagspetition starten. Dafür würde allerdings die Einbringung und eine Unterschrift ausreichen. Da der Petitionsausschuss des Bundestages grundsätzlich jede Petition zur Kenntnis nimmt, könnte der Ausschuss dann entscheiden, ob er angesichts der bereits erfolgten 50.000 Unterschriften die Petition in Ausschuss im Rahmen einer Anhörung berät.

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