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Arzneimittelskandal

Lunapharm verliert Großhandelslizenz

Endgültig aus dem Rennen: Das Land Brandenburg hat die Großhandelslizenz von Lunapharm widerrufen. Unterdessen erhebt Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel schwere Vorwürfe gegen Medien und Behörden.Foto: Cato

Berlin - Nun ist es offiziell: Nach der Herstellerlizenz hat das Land Brandenburg auch Lunapharms Großhandelserlaubnis widerrufen. „Damit wurde dem Unternehmen mit Sitz in Blankenfelde-Mahlow nun auch jeglicher Handel mit Arzneimitteln auf Dauer untersagt“, so eine Sprecherin des Landesamts für Arbeitsschutz, Verbraucherschutz und Gesundheit (LAVG) auf Anfrage.

Im Geschäft ist Lunapharm schon seit Juli nicht mehr. Die Großhandelslizenz hatte aber bis zum 6. Februar nur geruht. Jetzt wurde sie offiziell widerrufen. Mit der Herstellerlizenz war das bereits am 15. Januar geschehen. Davon betroffen war jedoch nur der Import, da das Umverpacken rechtlich als Herstellung gilt. Im Bescheid zum Widerruf der Herstellungslizenz hatte das LAVG bereits eine Prognose zum Paralleimporteur abgegeben, die die jetzige Entscheidung erwarten ließ. „Alle (…) Umstände lassen im Rahmen einer Prognose darauf schließen, dass die Lunapharm Deutschland GmbH und Sie als deren Geschäftsführerin ihre Tätigkeiten auch zukünftig nicht in Übereinstimmung mit dem geltenden Arzneimittelrecht ausüben werden“, hieß es da.

Unterdessen weist Geschäftsführerin Susanne Krautz-Zeitel jegliche Schuld von sich und erhebt schwere Vorwürfe gegen Medien und Behörden. In einem Interview, das die von ihr beauftragte PR-Agentur Cato von PR-Profi Professor Dr. Klaus Kocks verbreitet hat, äußert sie sich ausführlich zu den Vorwürfen und deren Folgen.

Sie sehe sich als Opfer von „haltlosen Unterstellungen“, die ihr Unternehmen in den Ruin getrieben haben. Ihr seien bis heute „keinerlei Beweise bekannt, keinerlei Fakten, welche die ganze Horror-Geschichte bestätigen würden“, so die studierte Pharmazeutin. Stattdessen handele es sich bei der Berichterstattung über Lunapharm um „inszenierte Diffamierung“. Diese habe dazu geführt, „dass man das Unternehmen als tot bezeichnen muss, mit allen daraus resultierenden Konsequenzen“.

Dabei habe sie sich nichts zu Schulden kommen lassen. Sie könne betonen, „dass wir definitiv nicht geschmuggelt haben“, so Krautz-Zeitel. „Wir haben jederzeit die Herkunft der von uns gehandelten Medikamente geprüft. (…) Dabei gab es keinerlei Diebstahlsmeldungen oder sonstige Informationen von behördlicher Seite.“ Informationen über eventuelle Diebstähle habe sie bis heute nicht. Auch Berichte über unangemessene Lagerung und Lücken in der Kühlkette seien „allesamt unglaubliche Behauptungen“.

Auch Medien und Politik kriegen eine Breitseite ab. Das „ganze Thema“ sei „durch Fernsehberichte hochgepeitscht“ worden, was zu besonderem Druck auf die später zurückgetretene brandenburgische Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) geführt habe. Aufgrund dieses Drucks habe Golze dann „Entscheidungen getroffen, von denen sie glaubte, dass sie ihrer Verantwortung zum Schutz der Bevölkerung entsprächen“. Dabei habe sie allerdings „allerdings irreversiblen Schaden angerichtet und in Kauf genom- men. Und nun ist die Karre so verfahren, dass weder in der Politik noch in den Medien ohne Gesichtsverlust ein Rückzieher möglich scheint“, so Krautz-Keitel.

Unfair behandelt fühle sie sich auch von den Behörden. „Da wurden Winzigkeiten zusammengefegt, zu denen keinem anderen Unternehmen auch nur ein Schriftstück abverlangt worden wäre“, so die Geschäftsführerin. „Aber bei uns wird so etwas zu einer Unzuverlässigkeit meiner Person hochstilisiert.“

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