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Apothekenzahlen

Frauenanteil in Apotheken: In der Mehrheit, aber nicht gleichgestellt

Berlin - Der Trend zur Apothekerin hält an: Der Frauenanteil in deutschen Offizinen hat in den letzten 15 Jahren kontinuierlich zugenommen. Auch vergangenes Jahr gab es wieder eine Steigerung, wie das heute veröffentlichte Apotheken-Jahrbuch der ABDA zeigt. Doch das Wachstum des Frauenanteils verlangsamt sich.

Mehr als zwei Drittel der Pharmazeuten in Deutschland sind weiblich: Laut den „Zahlen Daten Fakten 2017“ der ABDA sind 72,6 Prozent der 51.098 in öffentlichen Apotheken beschäftigten Approbierten weiblich. Von Übererfüllung bei der Gleichberechtigung zu sprechen, wäre dennoch verfrüht, denn wie in anderen Berufsfeldern gibt es auch bei den Apotheken eine Diskrepanz in der Hierarchie: Den 72,6 Prozent allgemeinem Frauenanteil stehen 48,4 Prozent bei den insgesamt 15.236 Apothekenleitern gegenüber.

Immerhin: Die Lücke schließt sich etwas schneller als der Frauenanteil wächst. So lag der Frauenanteil unter den Offizin-Apothekern 2010 bei 68,7 Prozent, der unter den Inhabern aber bei 45,6. Davor war die Unterscheidung zwischen angestellten Approbierten und Apothekenleitern noch nicht erhoben worden.

Unterschiede lassen sich auch nach Arbeitsplätzen erkennen. Insgesamt arbeiteten 2017 10.899 Apotheker außerhalb der Offizin, also ein gutes Sechstel. Ist der Frauenanteil unter den Krankenhausapothekern mit 70,4 Prozent noch beinahe genauso hoch wie in den öffentlichen Apotheken, stürzt die Quote in anderen pharmazeutischen Bereichen bereits spürbar ab. So sind es in der pharmazeutischen Industrie sowie in Behörden und Körperschaften schon fast zehn Prozentpunkte weniger, nämlich jeweils rund 61 Prozent.

Noch einmal zehn Prozentpunkte nach unten geht es beim akademischen Personal: Mit 50,8 Prozent ist gut die Hälfte der Pharmazeuten an den Universitäten weiblich. Frauen gehen hier also verhältnismäßig gesehen seltener in die Wissenschaft als Männer. An den Lehranstalten und Berufsschulen sind es hingegen mit 79,5 Prozent bedeutend mehr. Schlusslicht ist die Bundeswehr: Dort liegt der Frauenanteil mit 35,7 Prozent gut halb so hoch wie im Gesamtdurchschnitt.

Der wiederum liegt in allen Bereichen zusammengenommen bei 70,5 Prozent und ist in den letzten 15 Jahren langsam, aber kontinuierlich gestiegen: 2003 war der Frauenanteil unter den Apothekern laut ABDA noch bei 62,9 Prozent. Allerdings: In den fünf Jahren von 2003 bis 2008 steig er um fast sechs Prozentpunkte auf 68,5 Prozent. In den neun Jahren von 2008 bis 2017 dann nur noch um zwei weitere Prozentpunkte.

Dass sich etwas an der Tendenz zu mehr weiblichen Apothekerinnen ändert, ist indes äußerst unwahrscheinlich, denn nach wie vor ist die große Mehrzahl der Pharmaziestudierenden weiblich. Aber auch an den Universitäten scheint zu gelten, dass die Männer überproportional in „Führungspositionen“ drängen. Zumindest lässt das ein Blick auf den Bundesverband der Pharmaziestudierenden Deutschlands (BPhD) vermuten: Dessen Vorstand, inklusive Präsident und Generalsekretär, ist ebenfalls männlich dominiert.

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