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Kritik an Spahns PTA-Reformgesetz

Adexa und BVpta: Das füllt keine PTA-Schule

Sabine Pfeiffer van Rijswijk ist vom Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zu einem PTA-Reformgesetz enttäuscht.Foto: Elke Hinkelbein

Berlin - Die Angestelltenvertreter sind vom Referentenentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zu einem PTA-Reformgesetz enttäuscht. „Das ist wirklich nicht der erwartete große Wurf“, sagten Adexa-Chef Andreas May und Sabine Pfeiffer van Rijswijk, die für den Bundesverband Pharmazeutisch-technischer AssistentInnen (BVpta) in der Novellierungsfachgruppe tätig ist.

Laut Adexa will das BMG „die Notwendigkeit einer Verlängerung der Ausbildung nicht erkannt haben“. Damit habe man sich sowohl am bestehenden als auch am künftigen Bedarf vorbei entschieden, kritisiert May. „Dieser reine Verschiebebahnhof bei den fachlichen Inhalten ist nicht das, was die PTA wollen.“ Aus Umfrage wisse die Gewerkschaft, dass die große Mehrheit sich für eine längere Ausbildungszeit ausspreche.

Die schulische Ausbildungszeit von zweieinhalb Jahren sei zu knapp. „Liest man sich die anspruchsvollen Kenntnisse und Handlungskompetenzen durch, die die Ausbildung nach dem Entwurf vermitteln soll“, müsse das doch jedem klar sein. Die Zeit reiche nicht aus, um das Wissen in ausreichender Tiefe zu vermitteln. Der Entwurf werde jetzt „gründlich geprüft“.

Auch Pfeiffer van Rijswijk betonte, der BVpta sei von dem Entwurf „sehr enttäuscht“. Der Vorschlag bringe keine Aufwertung des PTA-Berufs. „Das was damit legalisiert wird, ist bereits gelebte Praxis“. PTA hätten durch diese Reform auch in der Ausbildung nichts gewonnen. Die Lehrinhalte seien in dieser kurzen Zeit nicht vermittelbar. „Man ist mit dem Entwurf in keinster Weise auf unsere Forderungen eingegangen“, so Pfeiffer van Rijswijk. „Ich persönlich denke nicht, dass damit die PTA-Schulen gefüllt werden.“

Zwar sollen die Ausbildungsinhalte dem Entwurf zufolge überarbeitet werden, eine zuvor von Adexa und BVpta geforderte Verlängerung der Ausbildung auf drei Jahre ist aber nicht vorgesehen. Zudem soll die Praktikumszeit in der Apotheke verkürzt werden. Von den vorgeschriebenen sechs Monaten sollen „mindestens drei Monate in einer öffentlichen Apotheke“ geleistet werden. Damit öffnen sich für Azubis möglicherweise auch andere Ausbildungsstätten.

Auch die Forderungen der Inhaber aus Nordrhein wurden mit dem Vorschlag nicht aufgenommen. Im vergangenen Sommer schlug die Tarifgemeinschaft Nordrhein (TGL) Spahn vor, die Schulzeit auf zwei Jahre zu reduzieren und das Praktikum auf ein Jahr auszuweiten. Gegenwind kam von den Schulen: Burkhard Pölzing, Leiter der Völker-Schule Osnabrück und Apotheker, warnte vor einer stärkeren Dualisierung der Ausbildung auf Kosten der Schulzeit und einem Qualitätsverlust in der Ausbildung.

Das Gesetz soll am 1. Januar 2021 in Kraft treten. Den Lehranstalten soll damit ausreichend Zeit für die erforderlichen organisatorischen Umstellungen eingeräumt werden.

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