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Schmerzen bei Kindern

Kopfschmerzen: Zwei Drittel der Schulkinder betroffen

Verharmlostes Risiko: Kopfschmerzen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und Auswirkungen auf die Schulfehlzeiten haben.Foto: Pixabay

Berlin - Kopfschmerzen sind nicht nur unter Erwachsenen ein häufiges Problem. Eine Umfrage an Dresdner Schulen zeigte, dass rund zwei Drittel aller Schulkinder regelmäßig unter den Beschwerden leiden: Alarmierend ist die unbedachte Verabreichung von freiverkäuflichen Schmerzmitteln ohne ärztliche Abklärung.

Kopfschmerzen können die Lebensqualität stark beeinträchtigen und Auswirkungen auf die Schulfehlzeiten haben: In Folge dessen kann es zu Leistungsabfall und vermehrtem Stress kommen, welcher wiederrum erneut zu Kopfschmerzen führt: Ein Teufelskreis entsteht. Von etwa 100 Kopfschmerzarten, sind mehr als 90 Prozent aller Kopfschmerzen auf Migräne- und Spannungskopfschmerz zurückführen. Zur Behandlung stehen zahlreiche OTC-Arzneimittel zur Verfügung. Häufig werden Kopfschmerzen daher in der Selbstmedikation behandelt. Doch grade bei Kindern und Jugendlichen sollte die Ursache genau abgeklärt werden: Eine häufige Einnahme auf eigene Faust kann zu Fehlbehandlungen oder Folgeschäden wie gastrointesinalen Beschwerden oder medikamenteninduziertem Kopfschmerz führen.

Ein Wissenschaftlerteam führte nun eine Umfrage an Dresdner Schulen durch, um zu ermitteln wie häufig in einem Dreimonats-Zeitraum Kopfschmerzen bei Schulkindern tatsächlich auftreten und wie diese behandelt werden. Dazu wurden rund 5500 anonyme Fragebögen an Schüler der Grundschule und weiterführenden Schulen verteilt: Es wurden Fragen zu Kopfschmerzhäufigkeit, Medikamenteneinnahme, kopfschmerzbedingten Fehlzeiten und Lebensstil gestellt. Anschließend wurden die Daten gesammelt und ausgewertet.

Der Anteil von Jungen und Mädchen war etwa gleich: 1362 Mädchen und 1344 Jungen nahmen insgesamt an der Umfrage teil. Mehr als 36 Prozent gaben an, in den letzten drei Monaten an mindestens einem Tag unter Kopfschmerzen gelitten zu haben. Mehr als 30 Prozent hatten sogar an mehr als zwei Tagen pro Monat Beschwerden. Insgesamt zeigte sich, dass die Mädchen mit 73 Prozent häufiger an Kopfschmerzen litten, wie die Jungen mit nur gut 63 Prozent. Das Auftreten von Kopfschmerzen nahm mit steigendem Alter, Klassenstufe und Schulart zu. Bei den Oberschülern lag der Anteil sogar bei fast 80 Prozent.

Mehr als 600 der teilnehmenden Kinder gaben an bereits Medikamente oder homöopathische Mittel gegen Kopfschmerzen eingenommen zu haben: Am häufigsten wurde mit 49 Prozent Ibuprofen verwendet, 32 Prozent griffen auf Paracetamol zurück. In der Gruppe, die an mehr als zwei Tagen pro Monat unter Kopfschmerzen litt, nahmen mehr als die Hälfte Analgetika gegen die Beschwerden ein. Einen Arzt hatten jedoch nur 20 Prozent konsultiert. Die Umfrage zeigt, dass Kopfschmerzen auch bei Kindern ein häufiges Problem darstellen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Schulstress, familiäre Probleme, Bewegungsmangel aber auch der Lebensstil inklusive Alkohol-, Koffein- oder Nikotinkonsum kommen als Auslöser in Frage.

Für Kinder stehen verschiedene Analgetika zur Verfügung: Ibuprofen wird in Abhängigkeit von Körpergewicht und Alter dosiert. Als Faustregel gelten 7 bis 10 mg/kg als Einzeldosis und maximal 20 bis 30 mg/kg als Tagesgesamtdosis. Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene nehmen somit als Einzeldosis 200 bis 400 mg Ibuprofen, die Tageshöchstdosis beträgt 1200 mg. Für jüngere Kinder ist Ibuprofen in zwei Stärken mit zwei beziehungsweise vier Prozent als flüssige Zubereitung erhältlich.

Paracetamolsteht für Kinder als Saft oder Zäpfchen zur Verfügung. Dosiert wird auch hier nach Alter und Körpergewicht:10-15 mg/kg als Einzeldosis und bis maximal 60 mg/kg als Tagesgesamtdosis gelten als Standarddosierung. Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren und einem Körpergewicht von mindestens 43 kg nehmen 500 bis 1000 mg Paracetamol als Einzeldosis in Tablettenform. Acetylsalicylsäure (ASS) ist für Kinder kontraindiziert:Der Wirkstoff kann bei Kindern das sogenannte „Reye-Syndrom“ auslösen: Die Einnahme wird daher erst ab einem Alter von zwölf Jahren und einem Körpergewicht von mindestens 40 kg empfohlen: Bei Kindern im Alter von 12 – 15 Jahren beträgt die Einzeldosis eine Tablette im Abstand von mindestens vier Stunden. Bei Jugendlichen ab 16 Jahren können 1-2 Tabletten mit einem Abstand von mindestens vier Stunden eingenommen werden.

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