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Grippeimpfung in der Schwangerschaft

Keine Folgeschäden für Kinder

Die Analysen zeigten kein erhöhtes Risiko für Krebs, Infektionen, chronische Krankheiten, Krankenhauseinweisungen oder Tod bei Kindern geimpfter Mütter.Foto: Elke Hinkelbein

Berlin - Eine Beobachtungsstudie der Universität Ottawa und dem Institute for Clinical Evaluative Sciences Toronto gibt Hinweise darauf, dass die Grippeimpfung während der Schwangerschaft keine negativen Auswirkungen auf die spätere Gesundheit der Kinder hat. Die Ergebnisse wurden im British Medical Journal veröffentlicht.

Die Forscher sind überzeugt, dass die Grippeschutzimpfung während der Schwangerschaft sicher für Mutter und Nachkommen ist. Im Gegensatz zu einigen Studien mit Neugeborenen, konzentrierten sich die Forscher auf ältere Kinder, die in der Gebärmutter einer Grippeschutzimpfung ausgesetzt waren: Teilnehmer der Studie waren Kinder bis zum fünften Lebensjahr, die indirekt eine H1N1-Grippeimpfung erhielten.

Um die Daten zu ermitteln, analysierten die Forscher ein Geburtsregister, welches mit Gesundheitsakten verknüpft ist. Sie ermittelten alle von November 2009 bis Oktober 2010 in Ontario lebenden Säuglinge und verfolgten die Gesundheit dieser Kinder bis zum Alter von fünf Jahren. Von den insgesamt 104.249 Kindern wurden 31.295 von geimpften Müttern geboren. Die Analysen zeigten kein erhöhtes Risiko für Krebs, Infektionen, chronische Krankheiten, Krankenhauseinweisungen oder Tod bei Kindern geimpfter Mütter.

Etwas seltener waren bei Kindern geimpfter Mütter gastrointestinale Infektionen im Kindesalter. Asthma kam hingegen etwas häufiger vor. Die Zusammenhänge sind jedoch nicht eindeutig, möglicherweise sind sie auf Faktoren zurückzuführen, die in der Analyse nicht vollständig berücksichtigt werden konnten.

Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt werdenden Müttern die Impfung. Den Frauenärzten zufolge schützt die Schwangere damit nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Baby. Das Immunsystem von Neugeborenen kann sich noch nicht selbst gegen die Viren wehren. Der Schutz ist wichtig, weil eine Grippe bei Neugeborenen häufig Komplikationen wie eine Lungenentzündung nach sich zieht. Betroffene Babys sind zudem manchmal so schwach, dass sie nicht mehr trinken können und künstlich ernährt werden müssen.

Impfen lassen können sich Frauen vor der Schwangerschaft oder nach der zwölften Schwangerschaftswoche. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten werden nur Frauen ohne Impfschutz geimpft, die zum Beispiel an Asthma erkrankt sind. Bei ihnen würde die Grunderkrankung durch eine Grippe verschlimmert.

Die meisten Grippeimpfstoffe werden mit Hilfe von bebrüteten Hühnereiern hergestellt. Mittlerweile gibt es allerdings auch solche, die mittels Säugetierzellen produziert werden: Davon sollten beispielsweise Personen mit klinisch sehr schwerer Hühnereiweißallergie profitieren. Betroffene können bereits beim Zuführen geringster Mengen Hühnereiweiß eine Schockreaktion mit Atemnot erleiden. Auch chronisches Asthma aufgrund einer Hühnereiweißallergie kann möglich sein.

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