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Lieferengpässe

Grippeimpfstoffe: PEI sieht „komfortable Ausgangslage“

Komfortable Ausgangssituation: Das PEI konnte 15,7 Millionen Impfdosen die Chargenfreigabe erteilen – einer Million Dosen mehr, als in der Grippesaison 2017/18 verimpft worden waren.Foto: PEI

Berlin - Die Grippesaison 2018/19 hat Apotheken, Ärzte, Hersteller, Patienten und die Politik vor große Herausforderungen gestellt. Während Experten von einer komfortablen Ausgangssituation ausgingen, zeigte sich bereits zu Beginn der Impfsaison das Dilemma der regionalen Verteilungsprobleme. Jetzt neigt sich die Impfsaison dem Ende und es ist Zeit, ein Resümee zu ziehen. Das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) lud zu einem Treffen. Wie lief die Saison und was kann 2019/20 besser werden?

Am 16. Januar lud das PEI verschiedene Akteure zu dem Treffen. Thematisiert wurden Lieferengpässe bei Impfstoffen. Unter den Teilnehmern waren Vertreter der Hersteller und ihrer Verbände BPI und VfA, des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), des Robert-Koch-Instituts (RKI) sowie des Bundesverbandes des Pharmazeutischen Großhandels (Phagro) und der ABDA.

Die vom PEI vorgestellten Zahlen aus dem Jahr 2018 zeigten, dass es seitens der Impfstoffhersteller insgesamt deutlich weniger gemeldete Lieferengpässe gab als in den Jahren zuvor. Dennoch seien lang andauernde Engpässe weiterhin ein Thema und neue Lösungsstrategien erforderlich.

Ein zentrales Thema des Treffens war laut PEI die regionale und lokale Ungleichverteilung der saisonalen Grippeimpfstoffe 2018/19. Ziel war es, die Ursachen zu identifizieren und Lösungsansätze zu erarbeiten, um in der kommenden Saison eine vergleichbare Situation zu vermeiden. „Die Ausgangssituation zu Beginn der Saison war komfortabel“, schreibt das PEI. Denn: Es konnten 15,7 Millionen Impfdosen die Chargenfreigabe erteilt werden und somit einer Million Dosen mehr, als in der Grippesaison 2017/18 verimpft worden waren.

Trotzdem zeigten sich regionale Verteilungsprobleme. Während einige Regionen gut versorgt waren, waren in anderen die Kühlschränke leer. Die Ursachen sind vielfältig. Ein wichtiger Faktor sind die Vorbestellungen, die den Herstellern eine bedarfsgerechte Produktion der Vakzine ermöglichen. Doch als die Vorbestellung in vollem Gange war, waren noch viele Fragen ungeklärt. Das Risiko, auf den zu viel bestellten oder produzierten Impfdosen sitzen zu bleiben, wollte niemand übernehmen. Zudem hätten sich einige Apotheken und Ärzte auf den Großhandel verlassen. Das PEI gibt zu bedenken: „Möglicherweise ist nicht ausreichend bekannt, dass der Großhandel im Fall der Grippeimpfstoffe als Lieferant auftritt. Er hat keine eigenen Vorräte.“ Genaue Vorbestellungen seien ein wesentlicher Faktor für die ausreichende und gleichmäßige Versorgung mit Grippeimpfstoffen, heißt es weiter.

Die Erfahrungen der Grippesaison 2018/19 würden für die folgende Saison eine Rolle spielen. Eine bedarfsgerechte Produktion der saisonalen Vakzine sei für die Hersteller nur möglich, wenn sie Vorbestellungen frühzeitig und in relevanten Mengen erhalten würden. Jedoch sollen die Hersteller zukünftig berücksichtigen, dass auch ausreichend Vakzine zur Verfügung stehen, wenn die Impfquoten steigen.

Positiv bewerten die Akteure das seit 2015 etablierte Meldesystem zu vermuteten Engpässen bei Impfstoffen. Ende 2018 wurde dieses erweitert. Die eingegangenen Meldungen waren unter anderem die Grundlage für eine Ausnahmegenehmigung zum Impfstoffimport nach § 79 Absatz 5 Arzneimittelgesetz (AMG), mit der den regionalen Verteilungsproblemen begegnet werden konnte, so das PEI. Dies habe zu einer Normalisierung der Versorgungslage geführt.

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