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Migräne

Erenumab steht kurz vor EU-Zulassung

Erenumab könnte demnächst die EU-Zulassung für die Migräne-Prophylaxe erhalten.Foto: Martin Müller / Pixelio.de

Berlin - Hoffnung für Migränepatienten: Der Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) hat die Zulassung für Aimovig (Erenumab, Novartis Europharm) empfohlen. Der monoklonale Antikörper bietet eine neuartige Therapieoption bei chronischer Migräne.

Erenumab hat vor wenigen Tagen die US-Zulassung erhalten. Die Antikörpertherapie ist nicht für die Behandlung einer akuten Migräneattacke geeignet, sondern kann zur Prophylaxe eingesetzt werden. Der monoklonale Antikörper wird wie eine Art „Impfung“ monatlich injiziert. Erenumab kann die Zahl der Attacken chronischer Migränepatienten und deren Schmerzmittelgebrauch reduzieren.

Der Wirkstoff greift gezielt am Calcitonin-Gene-Related-Peptide (CGRP)-Rezeptor an, der an der Entstehung und Aufrechterhaltung von Migräne maßgeblich beteiligt ist. CGRP ist ein Botenstoff, der vermehrt bei einer Migräneattacke freigesetzt wird und als Entzündungsprotein bei Migräne eine zentrale Rolle spielt. Das proinflammatorische Neuropeptid ist für die Gefäßerweiterung verantwortlich.

Das Arzneimittel könnte Die EU-Zulassung als Injektionslösung zu 70 mg erhalten. Zu den häufigen möglichen unerwünschten Arzneimittelwirkungen zählen laut EMA Schmerzen beziehungsweise Reaktionen an der Injektionsstelle, Verstopfung, Muskelkrämpfe oder Juckreiz. Indiziert ist Aimovig zur Prophylaxe einer Migräne bei Erwachsenen, die mindestens an vier Tagen pro Monat an einer Attacke leiden.

Aimovig wurde von Amgen und Novartis entwickelt. Sicherheit und Wirksamkeit wurden in verschiedenen Studien belegt. Die US-Zulassung geht auf Phase-II- beziehungsweise Phase-III-Studien zurück. Alle konnten – im Vergleich zu Placebo – eine Reduktion der monatlichen Migräneattacken um bis zu 2,5 Tage belegen.

Erenumab ist einer von vier Antikörpern, die gegen den Botenstoff oder dessen Rezeptor gerichtet sind. Die anderen Vertreter sind Galcanezumab, Fremanezumab und Eptinezumab. Erenumab könnte die erste verfügbare Therapieoption sein. In Europa leidet schätzungsweise etwa 15 Prozent der Bevölkerung an Migräne.

Migräne zählt zu den primären Kopfschmerzen, dem Schmerz liegt keine andere Erkrankung zugrunde, sondern er ist die Krankheit selbst. Die Attacken kommen anfallsweise und können mehrere Stunden bis Tage andauern. Die Betroffenen leiden an pochenden oder pulsierenden einseitigen sehr starken Schmerzen. Diese sitzen meist im Stirn- und Schläfenbereich oder hinter dem Auge und verstärken sich bei körperlicher Aktivität. Zudem sind Begleiterscheinungen wie Aura, Übelkeit, Lärm- und Lichtempfindlichkeit möglich. Die Ursache der Schmerzen kann eine Überschwemmung mit erregenden Neurotransmittern wie Serotonin sein. Darauf reagiert der Körper mit Übelkeit und Erbrechen als Schutzreflex, dieser läuft jedoch ins Leere und Entzündungsbotenstoffe werden ausgeschüttet – Schmerz entsteht.

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