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Potsdam

Sprengsatz in Apotheke entschärft

Berlin - In der Königin Luise Apotheke in der Potsdamer Innenstadt wurde gestern ein verdächtiger Gegenstand entdeckt und von der Polizei entschärft. Der Weihnachtsmarkt musste teilweise evakuiert werden. Am späten Abend gab die Polizei Entwarnung. Brandenburgs Innenminister schließt nicht aus, dass das Paket auch dem Apotheker gegolten haben könnte. Die Suche nach dem Täter läuft auf Hochtouren.

Gegen 22 Uhr kam gestern Abend die Nachricht, die viele besorgte Potsdamer aufatmen ließ: Die Suche sei abgeschlossen, die Spürhunde hätten „nichts Verdächtiges gefunden“ meldete die Polizei. Bei dem Paket soll es sich laut Potsdamer Neueste Nachrichten (PNN) um eine Nagelbombe handeln. In der Blechbüchse mit etwa 1 bis 1,5 Liter Fassungsvermögen waren Hunderte Nägeln oder Schrauben enthalten. Außerdem wurden ein Pulver, eine Batterie und Drähte gefunden.

Das Paket war von einem Lieferdienst in der Königin Luise Apotheke abgegeben worden. Der Inhaber entdeckte in dem 40 x 50 Zentimeter großen Paket verdächtige Drähte und Technik und alarmierte die Polizei. Bild zitiert Bork Melms, den Mann des Apothekers: „Er hat sehr besonnen reagiert, auch das ganze Team. Er hat das Paket geöffnet, ihm kam das spanisch vor. Man sah gleich etwas mit Batterien und Kabeln. Es wurde sofort herausgebracht, er hat die Polizei alarmiert. Ich bin sehr froh, dass nichts passiert ist. Unglaublich, dass Menschen so etwa machen.“

Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) sagte im RBB, es sei zu früh, von einem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt zu sprechen. Das Paket könne auch dem Apotheker gegolten haben. Die Ermittler würden nun bundesweit nach möglichen Parallelen suchen. Die Apotheke ist jetzt wieder geöffnet, an der Fassade klebt der Hinweis „Bitte keine Bild- und Tonaufnahmen in der Apotheke“. Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) lobte, dass die Apotheke heute geöffnet hat. Das sei eine klasse Aktion und ein Zeichen für die Rückkehr zur Normalität.

Der für politische Straftaten zuständige Staatsschutz des Landeskriminalamts hat die Untersuchungen aufgenommen. Laut Polizeiangaben war auf dem Paket ein Absender angegeben, die Experten gehen allerdings davon aus, dass dieser keine korrekten Angaben enthalte. Beim LKA hat der Staatsschutz die Ermittlungsgruppe „Luise“, benannt nach der betroffenen Apotheke, mit 25 Beamten gebildet.

Gestern wurde die Sendung von Spezialkräften untersucht und dann kontrolliert entschärft. Der betroffene Bereich – darunter der Weihnachtsmarkt und zahlreiche Geschäfte – wurde geräumt. Die Innenstadt war zeitweise im Bereich der Brandenburger Straße und Dortusstraße gesperrt.

Der traditionelle Weihnachtsmarkt „Blauer Lichterglanz“, der alljährlich in der Potsdamer Innenstadt stattfindet, ist wieder geöffnet. Er erstreckt sich entlang der Brandenburger Straße bis zum Luisenplatz nahe des Schlossparks Sanssouci. Die Sicherheitsvorkehrungen auf dem Weihnachtsmarkt wurden sichtlich verstärkt.

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