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Mücken: Warum Stiche jucken und was hilft

Stechende Plagegeister: Vom Stechen und Fernhalten der Mücken.Foto: Frank Hollenbach / Pixelio

Berlin - Der Eindruck täuscht nicht: Für die Mücken läuft es dieses Jahr richtig gut. Alle zwei Wochen schlüpft angesichts der Regenfälle in weiten Teilen Deutschlands eine neue Generation, erklärt Dr. Doreen Walther, Biologin und Mückenexpertin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung. Für den Menschen kann das sehr unangenehm werden. Wie man sich schützt und was hilft, wenn die Plagegeister zugestochen haben.

Warum jucken Mückenstiche eigentlich?
Wenn eine Mücke sticht, injiziert sie ihren Speichel in die Haut, damit das Blut, das sie ja trinken will, nicht gerinnt. Auf die Proteine im Speichel reagiert der Mensch allergisch, erklärt die ABDA. Das verursacht die Rötung, Schwellung und den Juckreiz.

Stimmt es, dass Mücken manche Menschen lieber stechen?
Ja, sagt Dr. Martin Geier, Biologe aus Regensburg, der seit vielen Jahren zum Verhalten von Stechmücken forscht. Ob ein Mensch eher gestochen wird, hängt von der Mischung von Stoffen wie Milchsäure, Ammoniak und Fettsäuren auf der Haut ab. Sie erzeugen einen bestimmten Geruch, auf den die Mücken entweder fliegen – oder eben nicht. Eine Dusche hilft, allerdings nur für kurze Zeit. Dann ist der Geruch wieder da. Wählerisch sind Mücken vor allem dann, wenn sie die Wahl haben. Wer in Gruppen selten gestochen wird, den pieksen die Tiere wahrscheinlich trotzdem, wenn er allein ist. Geier vergleicht es mit hungrigen Menschen: „Können sie am Buffet Essen wählen, nehmen sie das, was schmeckt.“ Gibt es nur trockenes Brot, werden sie aber auch das essen.

Was kann man tun, um die Mücken abzuhalten?
Warme Haut lockt Mücken an, sagt Geier. Wer Sport getrieben hat, sollte schnell kalt duschen oder die Haut im See abkühlen. Lange Kleidung schützt Beine und Arme. Außerdem empfiehlt es sich, helle Sachen zu tragen. Dunkle Kleidung zieht Mücken eher an.

Was bringen Mückensprays?
Auf nackter Haut bilden Sprays einen Geruchsmantel, der die Insekten abhält. Der synthetische Stoff Diethyltoluamid, kurz DEET, hält einem Test von Stiftung Warentest zufolge am längsten. Er kann allerdings auch die Schleimhäute etwa in den Augen reizen. Gut abgeschnitten haben auch Mittel mit Icaridin. Die Sprays müssen regelmäßig, etwa alle vier Stunden, aufgetragen werden, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren, so die ABDA. Sie sollten nicht in geschlossenen Räumen verwendet werden. Ungeeignet sind die Mittel für Babys. DEET sollte auch bei Kleinkindern nicht angewendet werden.

Gibt es Pflanzen, die Mücken fernhalten?
Ein beliebtes Hausmittel gegen Mücken ist das Laub der Tomatenpflanze, erklären die Experten des Blumenbüros Essen. Auch den Geruch von Rosmarin, Katzenminze, Lavendel, Minze, Zitronenmelisse, Zitronengras und Zitronengeranie schätzen Mücken demnach nicht. Die Deutsche Wildtierstiftung empfiehlt einen Basilikumtopf auf dem Gartentisch, um die Plagegeister fernzuhalten. Im Test der Stiftung Warentest allerdings konnten Pflanzen auf der Fensterbank als Schutz vor Mücken nicht überzeugen.

Was können Gartenbesitzer sonst gegen Mücken tun?
Stehendes Wasser vermeiden, denn darin brüten die Tiere. Planschbecken und Gießkanne sollten deshalb jeden Abend geleert werden, rät der Eigentümerverband Haus & Grund Deutschland. Das überschüssige Wasser lässt sich gut als Gießwasser für Pflanzen verwenden. Regentonnen sollten ebenfalls regelmäßig geleert beziehungsweise abgedeckt werden. Wer einen Gartenteich besitzt, kann die Larven dort mit einem Kescher abschöpfen – oder Goldfische halten. Sie fressen Mückenlarven.

Und wenn eine Mücke gestochen hat? Zuallererst: nicht kratzen! Dabei werden noch mehr „Juckstoffe“ vom Körper ausgeschüttet, wie Dr. Christine Eichler, Chefärztin des Evangelischen Zentrums für Altersmedizin in Potsdam erläutert. Aufgekratzte Stiche entzünden sich zudem leichter. Stattdessen empfiehlt Eichler eine Reihe Hausmittel gegen den Juckreiz und Entzündungen: eine halbe Zwiebel oder eine Scheibe Zitrone desinfizieren, kühlen und beruhigen die Einstichstelle.

Apfelessig lindert den Juckreiz, wenn er unmittelbar nach dem Stich auf die Hautstelle gegeben wird. Das Gleiche gilt für eine Mischung aus Honig und Speisenatron oder Johanniskrautöl. Quark wirkt entzündungshemmend. Man gibt ihn gekühlt auf eine Kompresse und legt diese auf die Wunde, solange der Quark noch feucht ist.

Gegen den Juckreiz, Entzündungen und die allergische Reaktion helfen der ABDA zufolge auch Cremes oder Gele. Sie enthalten zum Beispiel Antihistaminika und Hydrocortison. Die Quaddeln werden dann unter Umständen nicht ganz so groß. Der Stich verschwindet aber nicht einfach. Letztlich hilft nur: abwarten und zusehen, dass man nicht gleich wieder gestochen wird.

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