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Botulinumtoxin

Kein Honig für Säuglinge

Berlin/Bonn

Eltern sollten Kinder bis zum ersten Lebensjahr nicht mit normalem Honig füttern, warnt die Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGF). Denn das Bienenerzeugnis kann in seltenen Fällen Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum enthalten. Da die Darmflora von Säuglingen noch nicht komplett ausgebildet ist, können die aus den Sporen reifenden Bakterien ungehindert den Darm besiedeln und bei ihrer Vermehrung das gefährliche Botulinumtoxin produzieren. In seltenen Fällen seien Säuglinge nach dem Verzehr an einer Atemlähmung erstickt, sagte Ernährungswissenschaftlerin Antje Gahl von der DGF.

Das auch als Botox zur Anti-Falten-Behandlung verwendete Gift tritt in den Blutkreislauf über, verhindert die Übertragung von Impulsen an die Nervenzellen und lähmt so die Muskeln. Panik sei dennoch fehl am Platze, beruhigte Gahl. „Dass Kinder an Botulismus sterben, ist in Deutschland nur ganz selten vorgekommen.“ In Deutschland wurden dem Robert-Koch-Institut seit 1996 acht Fälle von Säuglingsbotulismus gemeldet. Eltern sollten jedoch aus reiner Vorsicht auf Honig verzichten.

Für Kleinkinder ab einem Jahr und Erwachsene ist Honig ungefährlich - ihre stabile Darmflora verhindert das Auskeimen der Sporen. „Die Empfehlung gilt wirklich nur für Säuglinge. Sie gilt auch nicht für Honig als Bestandteil von verarbeiteten Nahrungsmitteln“, stellte Gahl klar. Wenn etwa Baby-Gläschen mit Honig gesüßt seien, so werde dieser vorher erhitzt, was etwaige Bakterien abtötet.

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