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Stada Health Report

Impfpflicht: 83 Prozent Zustimmung

Stada-CEO Peter Goldschmidt war über die Ergebnisse des Health Report teilweise überrascht – beim Thema Impfung fehle noch viel Aufklärung.Foto: Andreas Domma

Berlin - Das Thema Impfen rückt aufgrund der Corona-Pandemie neu in den Fokus. Zahlreiche Unternehmen forschen seit Wochen an einem möglichen Impfstoffkandidaten. Um im kommenden Jahr ausreichende Mengen zu Verfügung zu haben, ist es wichtig, dass mehr als eine Vakzine auf den Markt kommt. Generell sei das Wissenniveau beim Thema Schutzimpfungen aber eher schlecht – auch im europäischen Vergleich schneidet Deutschland nicht immer gut ab, zeigt der von Stada initiierte „Health Report 2020“.

Die Ergebnisse des Reports überraschten CEO Peter Goldschmidt „83 Prozent der Befragten befürworten eine Impfpflicht, das ist ein hoher Wert. In Spanien sprachen sich 94 Prozent für eine Impfpflicht aus, wann erhält man schon mal einen solchen Wert – fast nie. Das kam überraschend.“ Der Konzern aus Bad Vilbel widmete sich bei dem aktuellen Report allen Fragen rund um das Thema Impfung. „Gerade jetzt rückt das Thema wieder mehr in den Fokus. Corona führt dazu, dass die Menschen sich weltweit mehr mit Impfstoffen & Co. beschäftigen.“

Große Wissenslücken – hoher Aufklärungsbedarf

„Das man sich gegen Corona bald impfen lassen kann, an dieser Aussage kommt aktuell wohl kaum jemand vorbei“, so Goldschmidt. Bei anderen Erkrankungen ist der Anteil geringer: Bei Masern wissen 83 Prozent, das man geimpft werden kann. Bei Hepatitis A und B wissen 70 Prozent, dass es eine Impfung gibt, bei Windpocken 69 Prozent. Die relativ neue Impfung gegen humane Papillomviren (HPV) ist bei weniger als der Hälfte der Befragten bekannt. Um eine lückenlose Dokumentation zu garantieren, sollte der persönliche Impfausweis regelmäßig kontrolliert werden und bei einer Impfung beim behandelnden Arzt vorgelegt werden. Bei der eigenständigen Kontrolle ist Deutschland Spitzenreiter: 20 Prozent prüfen ihren Pass einmal im Quartal. Im Gesamtbild sieht es anders aus: 50 Prozent der Europäer wissen nicht, wann der letzte Blick in den Impfpass erfolgte.

Antibiotika – offene Fragen

Dass der großflächige Einsatz von Antibiotika zu Resistenzen führt, davon haben die meisten Europäer schon einmal gehört. Doch nur 43 Prozent wissen, dass Antibiotika nur gegen Bakterien helfen, nicht gegen Viren und Pilze. Auch beim Thema Einnahme „klafft europaweit ein riesiges Informationsloch“. Nicht einmal jeder dritte Befragte wusste von eventuellen Wechselwirkungen zwischen Zitrusfrüchten oder Milch und den antibiotischen Wirkstoffen. Bei diesen Punkten sei die Apotheke gefragt – Apotheker und PTA können durch eine ausführliche Beratung offene Fragen zu Neben- und Wechselwirkungen beantworten. Innerhalb der Beratung sollte auch stets die Dosierung erfragt werden – nicht vollständig beendete Therapien sind ein Grund für Resistenzen, vor denen sich 66 Prozent der europäischen Bürger fürchten.

Corona führt zu mehr Akzeptanz bei Telemedizin

Ein weiterer Punkt, um den es im Health Report ging, war die Digitalisierung im Gesundheitsbereich. Corona habe sicherlich dazu beigetragen, dass digitale Gesundheitsdienstleistungen stärker befürwortet würden, so Goldschmidt. Im Vergleich zu 2019 sei die Offenheit der Europäer für Behandlungen via Webcam deutlich gestiegen: Waren im vergangenen Jahr noch ungefähr die Hälfte aller Befragten für eine medizinische Beratung per Video, so waren es in diesem Jahr 70 Prozent. „Schauen wir doch mal nach Amerika, da wird Vieles über Telemedizin geregelt, dort sind auch die Apotheken ganz vorne mit dabei.“ Ob und wie Deutschland sich beim Thema Telemedizin an anderen Ländern orientieren wird, bleibt vorerst offen. Für Goldschmidt steht fest, dass die Beratung per Video in den kommenden Jahren fester Bestandteil der ärztlichen Beratung werden wird.

Deutschland und der Datenschutz

Digitalisierung ja – Datenübertragung eher nein, das ist das grob zusammengefasste Ergebnis des Reports, wenn es um das Thema Datenschutz geht. Im europäischen Vergleich seien die Deutschen sehr kritisch und befürchteten eine unangemessene Nutzung ihrer Gesundheitsdaten. Bei der Frage zur Nutzung einer Gesundheitsapp gaben 17 Prozent an, dass sie Angst um die Sicherheit ihrer Daten haben würden. 28 Prozent sahen keinen Mehrwert in einer App, die die wichtigsten Gesundheitsdaten speichert und an den behandelnden Arzt übermitteln kann.

Apotheke vor Ort dennoch wichtig

Die Einlösung des Rezeptes in einer stationären Apotheke ist für viele Europäer immer noch der gewohnte Gang. 80 Prozent der Befragten wollen ihre Verordnung in der Apotheke abgeben. 40 Prozent sind nicht darüber informiert, ob das Versenden von verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in ihrem Land erlaubt ist. Die Beratung vor Ort scheint ein wichtiges Kriterium. Die Deutschen haben in Europa insgesamt das größte Vertrauen in Online-Apotheken (39 Prozent).

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