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Angriff auf Aspirin

Stada bringt Grippostad Complex

Berlin - Stada bläst zum Angriff auf Aspirin Complex. Der Außendienst ist bereits in den Apotheken unterwegs und sammelt die ersten Bestellungen ein. Der Zeitpunkt scheint günstig, denn Bayer hat in der aktuellen Saison mit Lieferproblemen beim Topseller zu kämpfen. Im Sommer soll Grippostad Complex in den Regalen stehen.

Grippostad Complex ist in der Zusammensetzung identisch mit Aspirin Complex (Acetylsalicylsäure 500 mg/Pseudoephedrin 30 mg) und soll als Trinkgranulat auf den Markt kommen. Der Name wurde vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bereits genehmigt. Wie beim Konkurrenzprodukt werden Packungen zu 10 und 20 Beutel erhältlich sein. Auch beim Preis folgt Stada dem Original, die Indikation ist ebenfalls dieselbe: Das Arzneimittel kann zur symptomatischen Behandlung von Schleimhautschwellungen der Nase und der Nebenhöhlen sowie Schnupfen mit Schmerzen und Fieber aufgrund eines grippalen Infektes angewendet werden.

Aspirin Complex, Grippostad und Wick (P&G) sind mit jeweils rund 30 Prozent Marktanteil die drei großen Marken unter den Grippemitteln. Platz 4 beansprucht Boxagrippal (Sanofi) für sich. Für den Launch von Grippostad Complex hätten auch die Lieferprobleme bei Bayer eine Rolle gespielt, verrät Geschäftsführer Dr. Ralph Grobecker. Generell passe die Erweiterung aber zur Strategie, Grippostad zur Dachmarke zu erweitern. In Bad Vilbel setzt man bereits in der aktuellen Saison einen Schwerpunkt auf die Stickpack-Variante.

„Mit Grippostad Complex können wir ein Produkt anbieten, das eine andere Zielgruppe erreicht, als das klassische Grippostad C“, so Grobecker weiter. Während der Klassiker ein „Generalist“ sei und naturgemäß keine spitze Zielgruppe habe, erreiche der Newcomer eher die männliche sowie jüngere Zielgruppe. Außerdem liege der Fokus beim neuen Produkt auf der sofortigen Linderung der verstopften Nase – ein Effekt, den die Hartkapseln mit Paracetamol, Ascorbinsäure, Koffein und Chlorphenaminmaleat nicht gleichermaßen bewirken können. „Das Trinkgranulat verbreitert die Kundenbasis“, so Grobecker. Nicht zuletzt weil Pseudoephedrin-haltige Arzneimittel etwa 26 Prozent unter den Grippemitteln ausmachen.

Den ersten Angriff auf Aspirin Complex hatte Hexal Ende 2015 gestartet. Allerdings ist Gripp-Hexal seit April 2018 wieder vom Markt verschwunden. Dass das Stada-Produkt ein ähnliches Schicksal ereilt, glaubt Grobecker nicht. „Die Marke ist bei Erkältungsprodukten sehr wichtig. Generika funktionieren in diesem Bereich nicht. Grippostad genießt dagegen ein großes Vertrauen bei den Verbrauchern.“

Pünktlich zum Start im Juni wird es eine Kampagne mit großer Reichweite geben. Dabei soll nicht nur der Newcomer, sondern auch das bewährte Portfolio im Fokus stehen. Derzeit lockt der Außendienst die Apotheken mit „attraktiven Einführungskonditionen“. Die Packung kommt im bewährten Grippostad-Design daher, ein grüner Schleier erinnert farblich an das Vorbild aus Leverkusen.

Grippostad als Dachmarke auszubauen, stand bereits 2014 auf der Agenda der Stada. Damals wurde vor dem vor dem Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen (OVG) über ein Ibuprofen-haltiges Arzneimittel gestritten, das unter dem bewährten Namen auf den Markt kommen sollte. Das BfArM musste sich jedoch geschlagen geben, denn die Richter entschieden, dass für die Zulässigkeit von Dachmarken nicht die Zusammensetzung, sondern die Indikation ausschlaggebend sei. Hier könnte es, nachdem lange nichts passiert ist, bald ebenfalls Bewegung geben: Der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht muss auf seiner nächsten Sitzung über die Entlassung der Kombination aus Ibuprofen und Phenylephrin entscheiden. Stada hat eine entsprechende Zulassung in der Tasche.

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