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Rossmann: Kein „ängstlicher Blick“ auf Amazon

Weitere Expansion geplant: Rossmann will im In- und Ausland 200 neue Filialen eröffnen. Foto: APOTHEKE ADHOC

Berlin - Die Drogeriekette Rossmann steckt Millionen von Euro in neue Filialen. Allein in Deutschland sollen im laufenden Jahr 90 Millionen Euro in 110 neue Märkte fließen. Dazu kämen 175 Modernisierungen. Insgesamt sollten bundesweit 140 Millionen Euro investiert werden, weltweit 215 Millionen Euro.

Geplant sei, im In- und Ausland 200 neue Filialen zu eröffnen. Allerdings würden auch Geschäfte geschlossen, so dass per Saldo rund 160 neue Läden übrig blieben, sagte Geschäftsführer Peter Dreher. Trend in vielen Innenstädten sei ein deutlicher Rückgang der Ladenmieten, in den Fachmarktzentren blieben die Preise dagegen hoch, sagte Rossmann-Chef Dirk Roßmann. Neueröffnungen seien fast durchweg um 700 Quadratmeter groß, ältere Geschäfte seien teils kleiner. Die Durchschnittsfläche liege bei rund 580 Quadratmetern.

Trotz des Umbruchs zum Online-Handel sei das Drogeriegeschäft kaum berührt, ergänzte er. Das Online-Geschäft sei mit 30 Millionen Euro unbedeutend. Allerdings werde das Geschäft im Netz wachsen – wenn auch auf niedriger Basis, erklärte Geschäftsführer Raoul Roßmann, der Sohn des Gründers. Deutsche Verbraucher kauften Drogerieprodukte und Lebensmittel lieber im Laden.

Der Online-Auftritt helfe jedoch beim Vertrieb: Jährlich verzeichne das Unternehmen 60 Millionen Besucher auf seiner Internetseite. Der „ängstliche Blick“ auf den Online-Handelsriesen Amazon sei nichts, was Rossmann beschäftige, betonte das Unternehmen. Allerdings treffe der Online-Umbruch indirekt auch Rossmann, wenn der Einzelhandel unattraktiver werde, sagte Raoul Roßmann.

Die Drogerie-Kette peilt im laufenden Jahr einen Umsatz von 9,9 Milliarden Euro an – nach 9,46 Milliarden Euro 2018. Im Vergleich mit 2017 stand ein Plus von 5,1 Prozent. Im Ausland steigerte Rossmann den Umsatz gar um 7,7 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. In insgesamt sieben europäischen Ländern betreibt die Kette über 3900 Geschäfte.

Detaillierte Angaben zum Ergebnis macht das Familienunternehmen traditionell nicht, Dirk Roßmann erklärte aber, unterm Strich stünden „gut über 200 Millionen Euro“. Er sagte: „Uns geht es wirtschaftlich weiterhin gut.“ Das Unternehmen Rossmann ist hierzulande nach dm die zweitgrößte Drogeriekette. Der Rossmann-Marktanteil im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel stieg zuletzt von 14,4 auf 15,2 Prozent. Die Zahl der Mitarbeiter kletterte leicht auf 56 000 Menschen. Wirtschaftliches Handeln bedinge, dass man auf Überflüssiges verzichte, sagte Raoul Roßmann angesichts der Diskussion über Mikroplastik und die Flut von Verpackungen. Die kostenlose kleine Plastiktüte gebe es bei Rossmann seit zwei Jahren nicht mehr, auch seien erste Produkte der Eigenmarke Isana mikroplastikfrei.

Seit 2011 kooperiert Rossmann mit der niederländischen Versandapotheke DocMorris. An den Kassen liegen etwa Flyer aus. In die Regale werden regelmäßig Eigenmarken der Versandapotheke geräumt. Außerdem gibt es eine Auswahl von apothekenexklusiven Marken unter dem Slogan „Gesundheit Plus“. Von Nasensprays bis zu Nahrungsergänzungsmitteln wird ein breites Sortiment angeboten.

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