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Noweda: Wer nicht bestellt, fliegt raus

Berlin - Die Noweda macht Ernst: Wer ein Jahr lang keine Ware bestellt, wird aus der Genossenschaft ausgeschlossen. Die Generalversammlung winkte in Essen eine entsprechende Satzungsänderung durch. Andere Vorschläge wurden dagegen noch abgesoftet.

Hat ein Apotheker zwölf Monate lang keine Ware von der Noweda oder einem ihrer Tochterunternehmen bezogen, obwohl er die Voraussetzungen dafür erfüllt, endet die Mitgliedschaft zum Ende des Geschäftsjahres, in dem die Frist abgelaufen ist. „Mitglieder, die keine Geschäftsbeziehung unterhalten, obwohl sie dazu in der Lage sind, sollen aus der Genossenschaft ausscheiden und nicht mehr von der Dividende partizipieren können“, heißt es zur Begründung. „Die Mitgliedschaft in und die Beteiligung an der Noweda soll nicht zur reinen Kapitalanlage abgewertet werden. Die Regelung verhindert das Ausnutzen der genossenschaftlichen Gemeinschaft der Mitglieder.“

Um die volle Dividende zu erhalten, reicht es aber nicht aus, einfach nur ein Minimum zu bestellen. Wer weniger als 360.000 Euro Nettoumsatz mit der Noweda macht, bekommt – wie die investierenden Mitglieder – nur 75 Prozent der Ausschüttungsquote.

Zur Begründung heißt es, dass nur förderfähige Mitglieder, die eine Geschäftsbeziehung mit der Genossenschaft in angemessenem Umfang unterhalten, in den Genuss der vollen Dividende kommen sollen. Die liegt in diesem Jahr bei 9,35 Prozent für die Grund- und 11,22 Prozent auf die freiwilligen Anteile.



Bei Filialverbünden wird der Durchschnittswert ermittelt. Bestellt ein Mitglied über einen Zeitraum von weniger als zwölf Monaten, wird der Betrag hochgerechnet – es sei denn, es zieht seine Umsätze ab, „obwohl es die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Einrichtungen der Genossenschaft erfüllt“.

Ganz vom Tisch ist die vorgesehene Satzungsänderung, nach der der Zweck der Genossenschaft angepasst werden sollte: Die Noweda wollte künftig die „wirtschaftlichen Interessen der Mitglieder und ihrer Betriebe gegenüber der Politik, der Öffentlichkeit und sonstigen Dritten“ vertreten. Das ging hochrangigen Vertretern der Apothekerschaft entschieden zu weit. „Wir waren mindestens irritiert“, heißt es etwa aus dem Vorstand des Landesapothekerverbands Baden-Württemberg (LAV).

Der künftige Vorstandschef Dr. Michael P. Kuck gab in der Öffentlichkeit der Generalversammlung die Selbstverpflichtung ab, dass es durch die Noweda auch in Zukunft keine Exporte knapper Arzneimittel geben werde. Weitere Marktteilnehmer forderte er auf, sich ebenso zum uneingeschränkten Versorgungsauftrag der inhabergeführten Apotheke zu bekennen. „Warten wir ab, was passiert.“

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