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Rossmann paktiert mit Amazon Prime Now

Berlin - Nach dem Apothekenmarkt mischt der Internetriese Amazon jetzt offenbar auch den Drogeriemarkt auf. Wie die Lebensmittel Zeitung berichtet, will die Drogeriekette Rossmann ihre Produkte über Amazons Schnelllieferservice Prime Now anbieten. Damit hätte Amazon einen weiteren potenten Partner für seine Einzelhandels-Offensive gewonnen.

Wie die Lebensmittel Zeitung meldet, will die Drogeriemarktkette von Berlin aus mit rund einem Viertel des rund 17.000 Artikel umfassenden Rossmann-Sortiments die Umsatzpotenziale von Amazon ausloten und die Erkenntnisse für den eigenen Online-Handel nutzen. Bei Erfolg soll dann auch München erschlossen werden. Eine Bestätigung für den Deal steht noch aus. Rossmann wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern.

Mit Rossmann ginge laut Lebensmittel Zeitung eines der ersten Unternehmen aus der Top-Ten-Liste des deutschen Einzelhandels einen Pakt mit Amazon ein. Die Gründe dafür liegen allerdings auf der Hand: Ähnlich wie die Allgäuer Supermarktkette Feneberg erhoffe sich Rossmann von der Kooperation eine schnellere Lernkurve in Sachen Online-Handel und Bestellverhalten, schreibt der Informationsdienst Internetworld. Als „Seller“ auf der Plattform behalte Rossmann zudem die Hoheit über Preise und Sortimente.

Kunden, die über die Amazon Prime Now-App bei Rossmann, Basic, Feneberg, Kochhaus und der Bienen Apotheke einkaufen, müssen jeweils eigene Warenkörbe mit individuellem Mindestbestellwert füllen. Besonders kundenfreundlich sei das nicht, kommentiert Internetworld. Angeblich suche Amazon auch nach einer Optimierung der Belieferung.



Ende April hatte Amazon den Angriff auf den Apothekenmarkt gestartet: Kunden können im Expressdienst „Prime Now“ bei der Bienen-Apotheke Laimer Platz OTC-Medikamente und apothekenexklusive Freiwahlprodukte bestellen. Der Auftrag kommt über eine App in die Apotheke, für die Konfektionierung der Sendung haben die Mitarbeiter eine Viertelstunde Zeit, dann kommt der Fahrer von Amazon. Die Lieferung innerhalb einer Stunde kostet 6,99 Euro, innerhalb eines frei wählbaren 2-Stunden-Zeitfensters ist der Versand kostenlos. Der Mindestbestellwert bei Grintz beträgt 20 Euro pro Bestellung.

Die ersten Erfahrungen im Drogeriegeschäft hatte Amazon ausgerechnet mit dm gesammelt – von 2011 bis 2013 hatte die Drogeriekette mit dem Internetkonzern kooperiert. Weil dm keinen eigenen Web-Shop betrieb, konnten mehr als 1700 Produkte aus dem Eigenmarkensortiment über den Online-Shop bestellt werden. In dem Modell hatte Amazon die Preise der dm-Produkte selber festgelegt. Auch der Verkauf und die Auslieferung der Eigenmarken waren komplett von Amazon gesteuert worden. Die Drogeriekette hatte die Waren lediglich an Amazon geliefert.

Laut dm fehlte dann die Perspektive für eine erfolgreiche Fortsetzung des Online-Handels bei Amazon. „Die Entwicklung der Absatz- und Umsatzzahlen bei Amazon zeigt uns, dass drogistische Produkte offenbar nach wie vor bevorzugt im stationären Einzelhandel gekauft werden“, erläuterte Erich Harsch, Vorsitzender der Geschäftsführung.

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