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BVDVA-Umfrage: Verbraucher wollen Rx-Boni

Für Verbandschef Christian Buse ist klar: Die Preisbindung ist gegen die Interessen der Patienten.Foto: Andreas Domma

Berlin - Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) hat im Vorfeld seines Jahreskongresses Ergebnisse einer Verbraucherumfrage veröffentlicht: 68 Prozent finden demnach den Versandhandel gut und 72 Prozent würden sich über Rx-Boni freuen. Für Verbandschef Christian Buse ist klar: Die Preisbindung ist gegen die Interessen der Patienten.

Buse verweist auf das jüngste Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) sowie das Apothekenstärkungsgesetz: „Mit dem geplanten neuen Gesetz handelt die Politik an den Wünschen der Patienten vorbei, aber sie sollen doch eigentlich im Mittelpunkt stehen.“ Obwohl laut Umfrage viele Deutsche Rabatte als Anerkennung auffassten, sehe das geplante Gesetz das genaue Gegenteil vor.

„Der Patient, um dessen Gesundheit es eigentlich geht, wird bei diesem Gesetzentwurf ganz aus dem Spiel genommen. Eine Höchstpreisverordnung würde faire Wettbewerbsbedingen zwischen europäischen und deutschen (Versand)Apotheken schaffen. Dabei wäre auch eine flexible Preisgestaltung der Apotheken für Dienstleistungen durchaus ein Hebel in Richtung Qualität und Vergütung“, so Buse. Derzeit sollten bestehende Systeme verfestigt werden, anstatt dass die Politik auf agile Methoden setze, die eine Transformation ermöglichten – auch im Sinne der Digitalisierung.

Grundsätzlich befürworten laut Umfrage 68 Prozent der befragten Deutschen den Versandhandel, rund 80 Prozent denken, dass er die pharmazeutische Versorgung außerhalb der Ballungszentren erleichtert. Jeder zweite Teilnehmer kauft seine Arzneimittel online; weitere 16 Prozent seien bislang nicht darauf gekommen, bei einer Versandapotheke zu bestellen.

Vom eRezept hat laut Umfrage jeder zweite Befragte noch nie etwas gehört. Jedem Dritten sei zwar der Begriff geläufig, aber lediglich 14 Prozent konnten erläutern, worum es konkret geht. Nach einer Erläuterung der Hintergründe erklärten 57 Prozent der Teilnehmer, sie würden das eRezept gegenüber der Papiervariante vorziehen.

„Die Bürger und Versandapotheken sind bereit für mehr Digitalisierung und fairen Wettbewerb. Doch das Festhalten an alten Schemata scheint heute wichtiger zu sein, als ein nachhaltiges Gesundheitssystem zu schaffen. Veränderung ist angesagt, doch fehlt hierzu anscheinend der Mut – zum Nachteil der Patienten“, so Buse.

Das Meinungsforschungsinstitut Ears and Eyes hatte im Auftrag des BVDVA im April 1000 erwachsene, in Deutschland lebende Personen online befragt.

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