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Österreich

Vamida stemmt sich gegen Shop-Apotheke

Berlin - Die österreichische Versandapotheke Vamida sieht sich ein Jahr nach der Fusion mit dem Wettbewerber Apobag gut aufgestellt. Seitdem seien die Umsätze deutlich gewachsen. Das Unternehmen will weiter in neue Services wie die direkte Kundenbetreuung durch WhatsApp investieren – auch mit Blick auf die Wettbewerber aus den Niederlanden.

Vamida ist seit der Fusion mit Apobag nach der niederländischen Shop-Apotheke der größte Anbieter für den österreichischen Markt. Die Umsätze sind demnach im vergangenen Jahr um knapp 48 Prozent gestiegen. Im Rekordmonat Januar seien 800.000 Euro umgesetzt worden. „Die strategische Entscheidung, sich im vergangenen Jahr an der Vamida zu beteiligen, war rückblickend genau die richtige“, sagt Thomas Mittelbach. Er und sein Vater Sigismund gründeten Apobag.

Die neuen Gesellschafter investierten einen hohen sechsstelligen Betrag in das neue Gemeinschaftsunternehmen. Das Design der Website wurde demnach seitdem überarbeitet, die Ladezeit verbessert und die mobile Ansicht optimiert. Zudem sei in Kaufverhaltensanalysen investiert worden, um Angebote relevanter für einzelne Kunden zu gestalten. „Dadurch konnten wir unsere Position als Nummer 1 mit Standort am heimischen Markt festigen und den Abstand zu kleineren Online-Anbietern weiter vergrößern“, sagt Vamida-Geschäftsführer Marco Vitula.

Vamida wurde 2012 von den Unternehmern Marco Vitula, Martin Wallner, Fred Kranich und Dr. Johann Hansmann gegründet. Die Versandapotheke zählt rund 200.000 Kunden und bietet rund 8500 Produkte an. Vamida betreibt im tschechischen Brünn die Apotheke Lékárna U Posty, von der aus die bestellten Produkte verschickt werden. Pro Werktag verlassen bis zu 900 Pakete das Lager. Der Shop wird von Wien aus betreut.

Apobag blieb als Marke und eigenes Portal nach der Fusion bestehen. Die Versandapotheke ging 2015 nach der Liberalisierung des OTC-Versandhandels als Online-Shop der Wiener Maria Lourdes Apotheke an den Start. Inhaber ist seit 1984 Mittelbach. Der Apotheker gründete 1977 zudem den Großhändler Pharmosan. Apobag wird von Vamida betrieben.

In Österreich wird das Versandgeschäft laut einer Erhebung der Marketingagentur Dr. Kaske deutlich von der Shop-Apotheke mit einem Marktanteil von mehr als 50 Prozent dominiert. Der Versender kommt in Österreich demnach auf jährliche Besucherzahlen von rund 9,9 Millionen. Der drittgrößte Anbieter im Markt kommt aus Deutschland: Apotheke.at wird von der Apotheke im Paunsdorf Center von Kirsten Fritsch (Apo-Discounter) betrieben und zählt knapp zwei Millionen Besucher. Dahinter rangieren Apo-Rot (1,7 Millionen), Zur Rose (790.000), Servus-Apotheke (420.000) und Mycare (140.000).

Österreichische Apotheken dürfen seit Mitte 2015 rezeptfreie Arzneimittel über das Internet verkaufen. Der Wettbewerb insbesondere mit ausländischen Anbietern ist wegen des erst späten Markteintritts hart. „Wir sind davon überzeugt, dass wir in Zukunft gemeinsam den österreichischen Online-Apotheken-Markt im großen Ausmaß gestalten können”, so Mittelbach. Weitere inländische Versender sind Medistore (Stern Apotheke, Wien), Valsona (Veit Rothlauer Apotheke, Graz) und Servus-Apotheke. (St. Martin Apotheke, Wien).

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