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Telemedizin

Startschuss für Apothekenterminals

Berlin - Direkter Draht zur Krankenkasse: Im hessischen Werra-Meißner-Kreis stehen seit dieser Woche sechs Gesundheitsterminals der Deutschen Gesellschaft für Infrastruktur und Versorgungsmanagement (DeGIV). Über diese Terminals können Versicherte Dokumente wie Krankenscheine, Anträge oder Rechnungen direkt an die BKK Werra-Meissner schicken. In der Meinhard-Apotheke von Elisabeth Schmidt wurden die Geräte der Öffentlichkeit vorgestellt.

Das Gesundheitsterminal besteht aus einem Touchpad, einem Lesegerät für die elektronische Gesundheitskarte (eGK), einem Unterschriftenfeld, einem Drucker für Belege und einer Kamera, mit der Dokumente gescannt und Fotos für die eGK erstellt werden können. Über eine eigene Datenleitung der DeGIV werden die Informationen an die Krankenkasse geschickt.

„Das verkürzt die Wege“, freut sich BKK-Vize Harald Klement. „Versicherte können die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung und weitere Belege direkt aus der Apotheke abschicken.“ Ein weiterer Vorteil für die Kasse: Die eigenen Prozesse würden durch die digitale Zusendung der Unterlagen ebenfalls vereinfacht, so Klement.

Die Kasse hat sich laut Klement an dem Projekt beteiligt, um zu zeigen, dass auch kleine Krankenkassen Innovationen fördern können. Die BKK Werra-Meissner sei zwar klein, aber auch flexibel. Die ersten Belege habe man über die sechs bereits aufgestellten Terminals bereits erhalten. In den kommenden Wochen sollen weitere Geräte in drei Apotheken im Werra-Meißner-Kreis und zwei weitere in Filialen teilnehmender Apotheken aufgestellt werden.

Apothekerin Schmidt ist bislang zufrieden mit dem Terminal: „Es ist leicht zu bedienen, leichter als ein Sparkassenautomat“, so ihr Fazit. Einige Leute hätten sich das Terminal bereits angeschaut und ausprobiert – Hilfe durch ihre Mitarbeiter sei bislang nicht nötig gewesen. Schmidt ist überzeugt, dass sich bald auch andere Kassen anschließen und ihren Versicherten die Nutzung des Terminals anbieten. Sie erhofft sich von dem Terminal mehr Kundschaft: „Als Apotheke auf dem Land freuen wir uns über jeden Kontakt.“

Die Terminals sollten eigentlich schon früher in Apotheken aufgestellt werden. Probleme bereiteten der DeGIV allerdings die Kameras, die nicht über die notwendige USB3-Schnittstelle verfügten. Auch bei der Einrichtung der Datenübertragung lief es nicht reibungslos. Die DeGIV hat ein eigenes UMTS-Netz für die Übertragung eingerichtet – allerdings fehlten zunächst die nötigen SIM-Karten. Insgesamt verlor der Hersteller somit vier Monate.

Eigentlich wollte das Unternehmen bereits im März damit beginnen, insgesamt 500 Terminals auszuliefern. Nun musste das Ziel korrigiert werden. Derzeit verhandelt die DeGIV noch mit den Lieferanten über die Kapazitäten. DeGIV-Geschäftsführer Dieter Rittinger hofft, in diesem Jahr noch 200 Geräte ausliefern zu können. Immerhin: 50 Terminals stehen schon im Lager bereit.

Die Gesundheitsterminals sind für die Apotheken kostenlos. Finanziert werden sie von den Krankenkassen: Die BKK Werra-Meissner zahlt für jeden Versicherten, der im Postleitzahlenbereich eines Gesundheitsterminals lebt, 80 Cent an die DeGIV. Dort kalkuliert man, dass in jeder dritten Apotheke ein Terminal stehen soll. In Eschwege seien es noch mehr – ein Zugeständnis an die BKK Werra-Meissner und den Start der Umsetzung, erklärt Rittinger.

Nach der BKK Werra-Meissner sollen Terminals in den Einzugsgebieten der BKK Linde und der BKK Augsburg aufgestellt werden. Dafür laufen laut Rittinger derzeit die Planungen. Bei der bundesweit tätigen BKK Linde gehe es vor allem darum, ein Gebiet festzulegen.

Auch die BKK Wirtschaft & Finanzen und die Thüringer BKK sind Rittinger zufolge dabei. Weitere Krankenkassen konnte die DeGIV bislang nicht gewinnen. Er habe aber bereits Zusagen von Kassen, die die Terminals zunächst in Aktion sehen wollten, so Rittinger. Auch Apotheker aus dem ganzen Bundesgebiet hätten schon ihr Interesse bekundet.

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