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Personalsuche

Stellenanzeigen: Das sind kreative Apotheker

Berlin - Freie Apothekenmitarbeiter sind in vielen Regionen rar gesät. Eine Stellenanzeige sollte daher so gestaltet sein, dass sie nicht nur von vielen, sondern von den richtigen Fachkräften wahrgenommen wird. Mit Standardfloskeln wie „dynamisches Team“ und 08/15-Annoncen kommen Inhaber nur schwer an neue Mitarbeiter. Gefragt sind kreative Ideen. Einige Kollegen wissen bereits, wie es geht.

Apotheken suchen immer wieder neues Personal. Sei es wegen eines Schwangerschaftsausfalls, Ruhestands oder bei Vergrößerung des Teams – Fachkräfte werden in der Offizin dringend benötigt. Viele Inhaber setzen auf klassische Suche/Biete-Formate. Manche Chefs machen dagegen vor, wie kreativ und erfolgreich nach Mitarbeitern gesucht wird.

Ein Apotheker-Ehepaar aus dem Raum Mannheim sucht mit einer selbstgestalteten Anzeige nach Approbierten, Pharmaziepraktikanten, PTA und PTA-Praktikanten. Sandra und Frank Nemetschek lächeln die potenzielle Teamverstärkung in dem Gesuch an. „Wir wollten die Anzeige persönlich gestalten, eine sympathische Ausstrahlung kann ein Türöffner für eine mögliche Bewerbung sein“, sagt Sandra Nemetschek. Ihr Mann übernahm Layout und Gestaltung. „Er hat Spaß daran und entwirft auch all unsere Flyer.“

Akuten Personalbedarf gebe es aktuell zwar nicht. „Aber das kann sich schnell ändern. Schließlich sind die Stellen in den Apotheken überwiegend mit Frauen besetzt, da kann schon mal jemand wegen einer Elternzeit ausfallen“, sagt die Pharmazeutin, die mit ihrem Mann vier Apotheken betreibt. So seien Initiativbewerbungen ausdrücklich willkommen.

Bei manchem Apotheker half das Glück nach: Egbert de Boer suchte zwei Jahre vergebens nach einem Stellvertreter. „Ich hatte Anzeigen beim Arbeitsamt, bei Facebook und in Zeitungen“, sagt der Inhaber der Rats-Apotheke in Bremervörde. Bei der Gestaltung der Annonce hatte er eigentlich alles richtig gemacht: Ein großes und freundliches Bild vom ganzen Team, bunte Farben und eine klare Botschaft. „Das hat alles lange nichts genützt“, sagt er. Letztlich meldete sich eine junge Approbierte aus der Region, die gerade fertig studiert hatte.

Daniela von Nida hoffte auf eine approbierte Verstärkung für ihre Apotheke im hessischen Groß-Zimmern. Eine eher herkömmliche Anzeige auf der Online-Seite der Landesapothekerkammer war nicht von großem Erfolg gekrönt. Für ihren nächsten Anlauf dachte sie sich etwas Besonderes aus: Ein witziges Diagramm, auf dem alle Wege in die Alte Apotheke führen. Ein Auszug: Wer hier schon arbeite, solle doch bitte Schokolade mitbringen. Die Vorräte seien schon wieder alle. Allen, die mit „Nein“ antworteten, wurde nahegelegt, einfach anzurufen.

Von Nida wollte keine austauschbare Anzeige mit den üblichen Floskeln schalten: Damit reiße man in Zeiten des Fachkräftemangels niemanden mehr vom Hocker. Neue Ideen suchte sie im Internet. „Dieses Diagramm musste ich nur noch etwas umschreiben, damit es auf die Apothekenbranche passt.“ Gepostet hat sie es vor allem in den sozialen Medien und auf der eigenen Homepage. „Das Feedback darauf war super, ich habe sehr viele positive Rückmeldungen von meinen Kollegen bekommen.“ Beworben hat sich niemand. „Eine Landapotheke ist anscheinend nicht so attraktiv wie eine Apotheke in den Ballungsräumen.“ Die Personalnot habe sie durch eine interne Umstellung gelöst. „Mit unseren drei Apothekern kommen wir jetzt gut zurecht.“

Immer beliebter wird die Suche nach geeigneten Mitarbeitern via Facebook. PTA und Apotheker werden entweder direkt angeschrieben oder per aufmerksamkeitsstarkem Aufruf gesucht. Und wie erlangt man die Aufmerksamkeit der Leser – egal auf welchem Medium? „Storytelling“ lautet das Stichwort. Inhaber sollten eine interessante oder witzige Geschichte erzählen, und sich und das Team vorstellen. Bilder sind dafür das Mittel der Wahl, denn der Angesprochene möchte ja wissen, wohin er kommt und was ihn erwartet.

Weitere Fragen, die das Formulieren der Stellenanzeige erleichtern: Gibt es Beratungsschwerpunkte in der Apotheke? Wie sieht das Publikum aus? Was sind besondere Kenntnisse und Fähigkeiten, die der neue Kollege mitbringen muss? Letzteres kann bereits im Stellentitel erwähnt werden. Formulierungen wie „PTA mit Erfahrung bei der Kompressionsstrumpf-Anmessung“ oder „Apotheker mit Erfahrung im Hilfsmittelbereich“ sprechen sofort die richtigen Personen an. Danach kann auch die Anzeige gestaltet werden, damit sich der richtige Kandidat meldet. Die „Work-Life-Balance“ sollte ebenfalls nicht zu kurz kommen: Wenn die Apotheke ein flexibles Arbeitszeitmodell anbieten kann oder Zuschüsse zu Kindergarten leistet, sollte das ebenfalls in der Anzeige erwähnt werden.

Ein wichtiger Punkt ist: Was für eine Person suche ich eigentlich für die offene Stelle? Sollte es lieber eine erfahrene Arbeitnehmerin sein, die die jungen Mitarbeiter anleiten kann? Darf es auch ein Berufseinsteiger sein, der ein wenig Pep in die Runde bringt? Nach diesen Vorgaben richtet sich unter Umständen auch das Medium, in dem die Anzeige veröffentlicht wird.

Die klassische Suche älterer Arbeitnehmer findet eher in Tageszeitungen oder in pharmazeutischen Printmedien statt, die jüngeren und technikaffineren Apotheker und PTA werden sich wohl eher im Internet auf die Suche begeben. Unter anderem haben Arbeitgeber bei Xing, Monster, StepStone oder APOTHEKE ADHOC eine Möglichkeit, sich und die eigene Apotheke zu präsentieren.

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