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Eingeschneite Apotheken

Schneechaos: „Irgendein Großhändler kommt schon durch“

Berlin - Im Alpenraum und im Erzgebirge herrscht Ausnahmezustand. Der starke Schneefall hält Räumdienste auf Trab, Schulen sind geschlossen und Straßen sowie Bahnstrecken gesperrt. Das Wetter bereitet auch Apotheken Schwierigkeiten. Großhandelslieferungen fallen aus, die Kunden kommen nur schwer in die Offizin. Inhaber und Mitarbeiter sehen es gelassen. Noch sei die Versorgung nicht in Gefahr. Doch es schneit weiter.

In Oberbayern ist man Schnee gewöhnt. Lieber ein richtiger Winter als gar keiner, sagt Apotheker Markus Bauer. Der Inhaber der Rieder´schen Alten Apotheke in Rosenheim ist momentan vor allem mit Schneeräumen beschäftigt. Die ganze Nacht hat es geschneit, ein Ende ist nicht absehbar. „Wir werden heute ständig Schneeschippen müssen.“ Viele Kunden erwartet er nicht. Auch manche Angestellten kamen angesichts der Wetterverhältnisse etwas später. „Das ist kein Drama.“

In Bad Tölz soll es heute den ganzen Tag schneien. Im kompletten Süden Bayerns herrscht Unwetterwarnung. Bauer bewertet die Situation noch als entspannt. „Die Leute hier sind Schnee gewohnt.“ In der Stadt sei die Lage nicht so schlimm wie in einem kleinen Dorf. Mit Arzneimitteln ist er versorgt. Eine Bevorratung angesichts der Schneeprognose plant er nicht. „Wir haben alles da.“ In der Nacht erreichte ihn wie geplant eine Großhandelslieferung. „Irgendein Großhändler kommt schon durch.“

Anders ist die Situation im Erzgebirge. In der Bären Apotheke im sächsischen Muldenhammer liegt der Schnee etwa einen Meter hoch. Die Apotheke liegt unweit der tschechischen Grenze. „Wir sind seit gestern eingeschneit“, sagt Inhaberin Kathrin Claus. „Die Lieferungen kommen nur schwer durch.“ Eine Tour sei ausgefallen, andere kommen später. „Die Großhändler bemühen sich.“

Claus musste bereits Kunden vertrösten, weil sie die bestellten Arzneimittel noch nicht verfügbar hat. „Die Kunden reagieren freundlich und nett.“ Einen Notfallplan oder bestimmten Ablauf gebe es nicht. „Wir sind auf Schnee vorbereitet.“ Kunden, die ihre Medikamente nicht abholen könnten, aber dringend benötigten, würden per Botenfahrzeug versorgt. „Wir sind auf den Schnee eingestellt und haben Schneeketten und Allrad.“

Rund um die rund 30 Kilometer entfernte Apotheke Bockau sind die Straßen ebenfalls weiß. „Die Parksituation ist schwierig“, sagt PTA Romy Altmann. Auch wenn die Gemeinde Schnee gewöhnt ist: „Es hat schon lange nicht mehr so viel geschneit und ein Ende ist nicht absehbar.“ In dem Ort sieht es mit Lieferungen derzeit schwierig aus. AEP sei gestern nicht gekommen, Alliance Healthcare Deutschland habe die Nachttour abgesagt. Die Sanacorp liefere noch. Die Arzneimittelversorgung könne noch gewährleistet werden, so Altmann.

Die Apotheken in den vom Schneechaos betroffenen Regionen sind noch gelassen. Auch in der Glück-Auf-Apotheke in Johanngeorgenstadt ist die Lage aber angespannt. „Wir werden zeitverzögert beliefert“, sagt PKA Sandy Passauer. Die Kunden könnten noch in die Apotheke kommen. Verspätungen gibt es auch in Bad Tölz. Die Großhändler erreichten ihr Ziel noch. Die letzte Lieferung traf etwa 30 Minuten verspätet ein, sagt PTA Sabrina Herold von der Alten Hof Apotheke. „Der Schnee ist bei uns nicht außergewöhnlich.“ Auch in der Filiale läuft der Betrieb noch. „Es ist toll, wie die Räumfahrzeuge die ganze Nacht und tagsüber ununterbrochen fahren“, sagt Filialleiterin Karin Elischer. „Wenn es so weiter schneit, könnte es schwierig werden.“

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