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Insolvenzverfahren

Easy #100 ist pleite

Berlin - Die Eröffnung der Easy-Apotheke auf der Düsseldorfer Luegallee wurde groß gefeiert. Immerhin war es der 100. Standort, der unter der Flagge der Kooperation firmierte. Doch nach dreieinhalb Jahren jetzt das überraschende Aus: Die Apotheke ist derzeit geschlossen, Inhaberin Anna Brunner hat Insolvenz angemeldet. Ob und wie es mit der Apotheke weitergeht, ist laut dem vorläufigen Insolvenzverwalter noch offen.

Im August 2015 eröffnete die Easy-Apotheke im Düsseldorfer Nobelstadtteil Oberkassel. Die Kooperation feierte ihre 100. Apotheke: Zur großen Party im Club „Ufer 8“ waren Kooperations- und Geschäftspartner geladen. Brunner hatte zuvor eine Inventurfirma geleitet und ihre Dienste auch Apotheken angetragen. Die Easy-Apotheke war ihre erste eigene Apotheke.

Doch seit dem 11. Dezember ist die Apotheke auf der Luegallee geschlossen. Zunächst informierte ein Aushang die Kunden über erkranktes Personal, wenig später hieß es dann: „Liebe Kunden, aufgrund eines Inhaberwechsels bleibt unsere easyApotheke für einen kurzen Zeitraum geschlossen. Wir sind so schnell wie möglich wieder für Sie da! In der Zwischenzeit ist die easyApotheke Suitbertusstraße für Sie da.“ Die ist allerdings auf der anderen Rheinseite und mehr als vier Kilometer entfernt.

Der Grund ist jetzt klar: Das Amtsgericht Düsseldorf hat am 21. Dezember Dr. Biner Bähr von der Kanzlei White & Case als vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Zu den Hintergründen ist nichts bekannt, Easy-Vorstand Stephan Just möchte aus Rücksicht auf die persönlichen Umstände der Betroffenen keine näheren Angaben dazu machen.

Dem Vernehmen nach ist die Kooperation allerdings schon seit dem Sommer auf der Suche nach einem Nachfolger. Demnach wollte Brunner eigentlich schon im September schließen und hat nun vor Weihnachten offenbar die Reißleine ziehen müssen. Der Notdienst an Heiligabend wurde von der Kammer kurzfristig ersatzlos gestrichen. Entsprechend mehr zu tun gab es in der ebenfalls diensthabenden Loretto-Apotheke.

Nach Justs Angaben soll die Easy-Apotheke unter neuer Führung schnell wieder aufmachen, möglichst noch im Januar. Man sei schon mit dem Pharmazierat in Abstimmung, sagt er. Der Standort ist nicht nur wegen des Jubiläums und des in diesem Zusammenhang gefahrenen Marketings von Bedeutung. Dass die Apotheke keine drei Kilometer von der Easy-Systemzentrale entfernt in der Düsseldorfer Innenstadt liegt, macht sie zusätzlich zu einem Prestigeobjekt. Denn hier muss sich das Konzept auf einer Einkaufsstraße beweisen. Just und sein Team glauben weiter an den Standort Luegallee.

Die Konkurrenten vor Ort hatten schon eine andere Auffassung, als ihnen die Fläche seinerzeit angetragen wurde. Denn an der Adresse firmierte vorher ein Rossmann – und der Drogeriemarkt war selbst der Frequenzbringer. Die von Easy angeblich avisierten 600 bis 800 Kunden täglich wurden von den Ortsansässigen schon damals in Zweifel gezogen. Und da Rossmann die Fläche wegen der hohen Miete geräumt hatte, war die Skepsis groß.

Aber natürlich auch die Sorge, wie immer, wenn in der Nachbarschaft ein preisaggressiver Mitbewerber auftaucht, der zudem fraglos mit einem breiten Sortiment punkten kann. Apotheker vor Ort berichten auch davon, wie ihnen recht deutlich mitgeteilt worden sei, dass es auf einen Verdrängungswettbewerb hinauslaufen würde. Belege für das angeblich aggressive Auftreten der Kooperation gibt es freilich nicht.

Bei White & Case heißt es, man arbeite mit Hochdruck daran, eine geordnete Sanierung hinzubekommen. Es handelt es um ein reguläres Insolvenzverfahren, also keine Sanierung in Eigenverwaltung. Das Verfahren wurde auch erst eröffnet, als die Apotheke bereits geschlossen hatte.

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