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Eystrup

„Die Apotheke ist meine beste Entscheidung“

Berlin - Apotheke kann Spaß machen: Carolin Buberl ist seit mehr als drei Jahren Inhaberin der Linden-Apotheke im niedersächsischen Eystrup und von ihrem Beruf begeistert. Sie engagiert sich für die Region und hält an Traditionen fest: Viele Kunden sind ihr besonders dankbar, dass sie die apothekeneigene Schnapsproduktion des Vorgängers nach dessen Geheimrezept weiterführt.

Als Buberl Anfang 2015 Unternehmerin wurde, war die Apothekerin eigentlich nicht bereit für die Selbstständigkeit. Apotheker Rolf Ehmen suchte einen Nachfolger für die 1951 eröffnete Landapotheke. Über Bekannte kam er zu Buberl, die aus Eystrup stammt. Die Pharmazeutin war jedoch schwanger. „Mein Mann riet mir, die Chance zu nutzen“, sagt sie und bereut bis heute nichts: „Das war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe.“

Die Pharmazeutin übernahm nicht nur Einrichtung und die 13 Mitarbeiter. Auch das geheime Rezept des Kräuterschnapses „Eystruper Klerwärk“ gab ihr Ehmen mit. „Er hat mir selbst überlassen, ob ich den Schnaps herstellen will“, sagt sie. Die Pharmazeutin entschied sich aus zwei Gründen dafür: Das 38-prozentige Alkoholgetränk sei immerhin ein Stück Eystrup und werde von sehr vielen Kunden gekauft.

Zudem sei die Herstellung interessant. Zunächst werden 14 verschiedene Kräuter, darunter etwa Kümmel abgewogen und mit einer Walzmühle gemahlen. Anschließend landet die Menge im Alkohol und diese Mischung im Perkolator. Über etwa vier Wochen werden die Inhaltsstoffe herausgezogen. Dann setzt Buberl eine Zuckerlösung an, fügt die Geheimzutaten hinzu und füllt den Schnaps letztlich ab.

Aus einem Ansatz stellt die Apothekerin etwa 30 Flaschen mit jeweils 0,75 Liter her. Insgesamt dauert der Prozess etwa sechs Wochen. „Damals zu Ehmens Zeiten war man als Apotheker noch ein echter Pharmazeut“, sagt sie. Heutzutage lernten Pharmaziestudenten den Umgang mit einem Perkolator nur noch theoretisch. „Ich finde es spannend, dass ich das hier in die Praxis umsetzen kann.“

Das Grundrezept stammt von einem Freund des Apothekenvorbesitzers. Dieser brachte den Schnaps jedoch nicht zur vollen Reife und wandte sich an Ehmen. Der Pharmazeut tüftelte und verfeinerte den edlen Tropfen. „Er hat die damals trübe Flüssigkeit klar bekommen“, so Buberl.

Einen festen Platz in der Freiwahl haben die Schnapsflaschen nicht. „Wir präsentieren oder bewerben den Eystruper Klerwärk nicht aktiv in der Apotheke“, sagt Buberl. Manchmal wird ein Foto auf Facebook etwa anlässlich der beginnenden Grünkohlsaison veröffentlicht. Der Schnaps habe eine feste Kundschaft und sei „ein Selbstläufer“. Der Geschmack des „Magenaufräumers“ sei stark. „Für mich ist das kein Genussschnaps. Ich trinke ihn manchmal zum Verdauen.“ Eine Flasche kostet 15,95 Euro.

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