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„Bitte befragen Sie uns nicht“

Nach Geiselnahme: Apotheke wieder geöffnet

Berlin - Eine Woche nach der Geiselnahme ist die Apotheke im Hauptbahnhof Köln wieder geöffnet. Das Team hat sich mit einem berührenden Facebook-Posting an seine Kunden gewandt. Auch in der Offizin stehen Schilder, auf denen um Rücksicht gebeten wird.

Hunderte Male öffnet sich nun wieder jeden Tag die Schiebetür. Und jedes Mal werden die Angestellten vermutlich ein bisschen an die schrecklichen Vorkommnisse in der vergangenen Woche erinnert. An die Sekunden, in denen ein Mann hereinstürmte und eine Kollegin als Geisel nahm. Da hilft es, wenn man nicht dauernd über das Erlebte oder das Schicksal der Kollegin, die als Geisel genommen wurde, sprechen muss.

Via Facebook hat das Apothekenteam nun Kontakt mit seinen Kunden aufgenommen. Dort heißt es: „Liebe Kunden/-innen, wir danken Ihnen für Ihre Anteilnahme und das Mitgefühl an den stattgefundenen Ereignissen am Montag, den 15.10.18 in der Apotheke im Hauptbahnhof Köln. Unser gesamtes Team ist bemüht, so schnell wie möglich durch die Rückkehr in einen normalisierten Arbeitsalltag diese Geschehnisse weiterhin nachhaltig zu verarbeiten.

Uns wäre es eine große Hilfe, wenn wir Kollegen-/innen nicht mehr detailliert zu den Vorkommnissen befragt werden würden. Wir wissen, dass das Interesse und Mitgefühl von unseren Kunden groß ist, aber nur so ist es möglich, wieder schnell in unseren Lebensalltag zurück finden zu können. Wir danken herzlich für Ihr Verständnis und freuen uns, Ihnen bald wieder wie gewohnt mit unserer fachlichen Kompetenz zur Seite stehen zu dürfen. Ihr gesamtes Team der Apotheke im Hbf & der Dom-Apotheke, Köln.“

Natürlich haben die meisten Kunden die Geschehnisse in den Medien verfolgt. Heute vor einer Woche herrschte auf dem Bahnhof stundenlang Ausnahmezustand. Ein 55-jähriger Syrer nahm in der Apotheke eine Geisel, als die SEK zuschlug, hatte er sie bereits angezündet. Zuvor hatte der Täter in einer McDonald‘s-Filiale einen Molotowcocktail gezündet. Dadurch wurde ein 14-jähriges Mädchen verletzt, ihm gelang die Flucht.

In den darauffolgenden Tagen war die Apotheke im Hauptbahnhof geschlossen. Die Polizei sicherte Spuren. Noch sind kaputte Glasscheiben notdürftig mit Spanplatten bedeckt. Der Seiteneingang der Apotheke zur Fußgängerpassage im Kölner Hauptbahnhof bleibt wegen der Schäden bis auf weiteres geschlossen. Aber die Offizin „funktioniert“ wieder.

Viele Facebook-User posten mitfühlend. „Ich wünsche Ihnen auch alles Gute – vor allem viele freundliche und verständnisvolle Kunden“, schreibt eine Userin. Ein anderer Facebook-User sagt: „Danke für diese aufrichtige Nachricht. Wir als Kundinnen bzw. Kunden werden diesen Wunsch selbstredend respektieren. Wir werden gemeinsam nach vorn blicken und uns von nichts entmutigen lassen! Die Zukunft gehört nur jenen, die diese auch willkommen heißen!“

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