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Atemmaske ist nicht gleich Atemmaske

Coronavirus: Macht ein Mundschutz Sinn?

Der erste Fall des Coronavirus ist in Deutschland bestätigt. Die Nachfrage nach Atemschutzmasken ist groß. Je nach Produkt besteht ein unterschiedlicher Schutz.Foto: Thannaree Deepul/Shutterstock.com

Berlin - Die Liefersituation nach Atemschutzmasken ist angespannt. In Großstädten können Apotheken die Nachfrage nicht bedienen und haben keine Produkte mehr auf Lager. Das Nachbestellen ist vielerorts ebenfalls nicht möglich – Großhändler wie Phoenix und Noweda haben aktuell nichts mehr an Lager. Gerade asiatische Kundschaft fragt nach Mundschutz, zum Teil mit Filtereinheit. Welchen Schutz bietet eine Atemmaske und wie sinnvoll ist das prophylaktische Tragen?

Es gibt zwei Arten von Schutzmasken: einfacher medizinischer Mundschutz und Atemschutzmasken mit verschiedenen FFP-Klassen.

FFP-Klassen

Die Klassifizierung von partikelfiltrierenden Atemschutzmasken erfolgt in drei Gruppen. Diese Masken schützen nur vor Feststoffen – zum Schutz vor Gasen und Dämpfen werden spezielle Vollmasken mit Filtereinheit benötigt. FFP steht für „Filtering Face Piece“. Ihr Einsatz ist an Arbeitsplätzen mit Überschreitungen der Grenzwerte einzelner Stoffe gesetzlich vorgeschrieben. Beim Arbeiten in der Rezeptur ist je nach Wirkstoff eine FFP3-Maske Pflicht. Zu den Wirkstoffen, die das Tragen eines Mundschutzes erfordern, gehören beispielsweise Kortisone und Hormone.

  • FFP1: Ungiftige Stäube, Rauchpartikel
  • FFP2: Ungiftige Stäube, Rauchpartikel, krebserregende Stoffe
  • FFP3: Ungiftige Stäube, Rauchpartikel, krebserregende Stoffe, Viren, Bakterien, Pilzsporen, radioaktive Stoffe

FFP3 Masken werden in Laboren beim Umgang mit Viren und Bakterien eingesetzt. Es stehen unterschiedliche Varianten zu Verfügung. Um einen optimalen Schutz zu erhalten, sollte die Maske eng anliegen, Formmasken lassen sich durch einen Metallbügel individuell an die Nase anpassen. Spezielle Masken der FFP3-Klasse enthalten einen zusätzlichen Nanofilter. Diese Varianten werden beispielsweise empfohlen, um sich vor Orthomyxoviren oder Anthrax zu schützen.

Medizinischer Mundschutz

OP-Masken aus weichen Vliesmaterialien enthalten einen speziellen Micro-Keim-Filter. Das Tragen schützt nicht den Menschen vor schädlichen Substanzen: Meistens schließt das Gewebe nicht mit den Konturen des Gesichtes ab – eingeatmete Luft wird nur zum Teil gefiltert. Positiv ist, dass ein Teil der möglicherweise virusbelasteten Partikel nicht in die Atemwege gelangt.

In der Apotheke trägt der Rezeptar bei der Herstellung den einfachen Mundschutz, um die Zubereitung vor eigenen Keimen zu schützen, zum Beispiel durch Atmen oder Sprechen. Beim Abwiegen von Gefahrstoffen findet ein Wechsel auf eine Atemschutzmaske statt.

Um einen optimalen Schutz zu erreichen, muss der Mundschutz regelmäßig gewechselt werden. Durch die Atemluft durchfeuchtet das Material und wird durchlässiger für Keime. Ein Mundschutz sollte darüber hinaus nicht mehrmals angewendet werden: Einmal abgelegt, sollte er im Hausmüll entsorgt werden.

Ein weiterer Vorteil: Wer einen Mundschutz trägt, der fasst sich seltener an die Nase. Hierdurch wird das Übertragungsrisiko gesenkt. Wer sich tatsächlich vor Viren schützen möchte, der muss auf eine Maske mit Filtereinheit zurückgreifen. Eine FFP3-Maske hat je nach Anbieter eine unterschiedliche maximale Tragedauer, diese sollte stets erfragt werden, um einen ausreichenden Schutz gegen Keime zu erlangen.

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