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Arbeitsplätze

Apotheke wird feminisiert

Berlin - Apothekerinnen zieht es in die Offizin: Im vergangenen Jahr waren nach Angaben der ABDA 43.000 Pharmazeutinnen in öffentlichen Apotheken beschäftigt – ein Anteil von 71,3 Prozent. Auch in anderen pharmazeutischen Berufsfeldern wie der Industrie sind immer mehr Frauen tätig. Bei einem Frauenanteil von rund 80 Prozent unter den Pharmaziestudierenden wird sich dieser Trend fortsetzen.

Die Zahl der Apotheker in Deutschland ist seit 2006 um 11 Prozent gestiegen und lag 2014 bei 61.970. Der größte Teil, 49.820 Pharmazeuten, arbeitet in öffentlichen Apotheken. Ihre Zahl wuchs allerdings in diesem Zeitraum nur um 6 Prozent. Krankenhausapotheken sowie der Bereich Industrie, Verwaltung, Fachorganisationen und Wissenschaft bekamen mehr Zulauf und legten um 23 beziehungsweise 48 Prozent zu.

Die Frauenquote ist in der öffentlichen Apotheke am höchsten. Ihr Anteil unter den Apothekenleitern wächst zwar, allerdings ist die Zahl der Inhaber absolut rückläufig – wegen Schließungen und dem Trend zur Filialisierung. Gab es 2008 noch 18.750 Chefs, waren es 2014 nur noch 16.269.

Entsprechend sinkt auch die absolute Zahl der Inhaberinnen: 2008 waren es 8600, im vergangenen Jahr noch 7600. Ihr Anteil an der Gesamtzahl ist im gleichen Zeitraum nur leicht von 45,9 auf 46,7 Prozent gestiegen. Das ist wenig im Vergleich zur Frauenquote, die sich in dieser Zeit von 65,5 auf 71,3 Prozent verändert hat.

Tatsächlich werden nach Angaben der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank) neue Haupt- und Einzelapotheken vor allem von Frauen eröffnet: 54 Prozent der Existenzgründer sind weiblich. Genau umgekehrt ist das Verhältnis bei Neugründungen und Übernahmen von Filialapotheken: In 54 Prozent der Fälle sind Männer am Werk. Das Durchschnittsalter zum Zeitpunkt der Übernahme liegt bei Männern bei 41,3 Jahren, bei Frauen leicht darüber (42,9 Jahre).

Unterschiede sind laut Apobank-Analyse auch bei der Standortsuche erkennbar: Während Männer relativ gleichmäßig in Groß-, Mittel- und Kleinstädten Apotheken eröffnen, gibt es bei Frauen einen Trend zu dichter besiedelten Gebieten: 37 Prozent der Niederlassungen von Frauen erfolgen in Großstädten (Männer: 31 Prozent), in Kleinstädten haben Männer mit 31 zu 21 Prozent die Nase vorn. Richtig auf dem Land sind hingegen Frauen etwas aktiver als Männer bei der Neugründung.

In Krankenhausapotheken liegt der Frauenanteil bei 66,4 Prozent. Insgesamt 1450 Pharmazeutinnen waren 2014 in Kliniken tätig, volle 42 Prozent mehr als noch 2006. Insgesamt stieg die Zahl der Beschäftigten im gleichen Zeitraum um 23 Prozent auf 2180. Der Frauenanteil lag 2006 noch bei 57,6 Prozent.

Arbeitsfelder außerhalb von öffentlichen oder Krankenhausapotheken hatten seit 2006 den meisten Zulauf: Die Zahl der dort tätigen Apotheker wuchs um 48 Prozent. Insgesamt arbeiteten im vergangenen Jahr 9970 Pharmazeuten in diesen Feldern, 59,6 Prozent davon Frauen. 2006 lag ihr Anteil bei 53,4 Prozent.

Zum Arbeitsfeld Wirtschaft, Industrie und Verwaltung (WIV) zählt die ABDA die Pharmazeutische Industrie, Prüfinstitute, die Bundeswehr, Behörden und Körperschaften, Universitäten, Lehranstalten und Berufsschulen sowie sonstige Bereiche. Besonders beliebt bei Frauen waren Lehranstalten und Berufsschulen – hier betrug ihr Anteil an den insgesamt 460 Beschäftigten 77,3 Prozent. Dahinter folgen Prüfinstitute mit einem Frauenanteil von 65,3 Prozent sowie Behörden und Körperschaften mit 63,3 Prozent. Die wenigsten Frauen gibt es bei der Bundeswehr – ihr Anteil liegt bei 28,2 Prozent. Damit ist die Bundeswehr auch das einzige Arbeitsfeld, in dem es weniger Apothekerinnen als Apotheker gibt.

In der öffentlichen Apotheke selbst sind Apotheker der Berufsstand mit dem geringsten Frauenanteil. Bei Pharmazieingenieuren beträgt die Frauenquote rund 98 Prozent, bei PKA und Helfern bei etwa 96 Prozent. Bei den Pharmazeuten im Praktikum – mit einem Frauenanteil von 77,4 Prozent – zeigt sich das Geschlechterverhältnis bei den Studenten. Insgesamt liegt der Frauenanteil in der öffentlichen Apotheke über alle Berufsgruppen bei 89,1 Prozent.

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