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Apotheker bewerten Kunden

Berlin - Der Kunde ist König, das lernen angehende Apotheker schon im Praktikum. Schön wäre es, wenn sich der Kunde auch öfter wie ein guter König verhalten würde – gütig und gerecht. Und nicht abends schlechte Bewertungen auf irgendwelchen Portalen eintragen. Zeit für den Gegenschlag.

Natürlich läuft auch in einer Apotheke nicht immer alles glatt. Manchmal muss ein Arzneimittel erst bestellt werden, oder die Kunden aufgrund eines krankheitsbedingten Personalengpasses etwas länger warten. Das Positive zuerst: Die meisten Kunden reagieren mit Verständnis und bleiben freundlich. Aber es gibt eben auch die, die bei jeder Gelegenheit einen Aufstand proben oder laut und grob werden. Die lassen sich entweder einfangen oder auch nicht.

Manche hinterlassen dann auf der Facebook-Pinnwand einen wütenden Kommentar oder vergeben bei der Google-Rezension nur einen Stern, gewürzt mit einer bissigen Bemerkung. Oder nehmen gleich alle einschlägigen Onlinepranger, damit auch jeder ihre Klage hört. Die ganz Durchtriebenen bekommen in der Apotheke den Mund nicht auf und Meckern nur online. Sich dagegen zu wehren, ist mühsam und oft auch vergeblich. Man kann nur darauf hoffen, dass die – hoffentlich – große Mehrzahl der zufriedenen Kunden das auch hin wieder im Internet preisgibt.

Das Ganze erscheint schon ungerecht. Warum dürfen die Apotheker und PTA die Kunden nicht auch online bewerten? Dafür sollte es ein Portal geben: Jammerda oder Mootzle zum Beispiel. Vier Sterne für Frau Maier, weil sie immer so freundlich und geduldig ist. Den fünften könnte sie sich mit regelmäßigen Zusatzkäufen verdienen. Herr Müller bekommt dagegen nur einen: Er motzt seit zehn Jahren lautstark über die Rabattverträge und ist vollkommen beratungsresistent. Wobei: Ein Stern ist ungerecht – immerhin bringt er seit zehn Jahren seine Rezepte…

Nein, Apotheker und PTA benötigen so etwas nicht. Sie freuen sich, wenn sie helfen können – und kranken Menschen darf man auch ein paar Freiheiten mehr bei den Umgangsformen zugestehen. Auch wenn es manchmal schwerfällt. Und die Hilfsbereiten am HV-Tisch freuen andererseits über ein Lächeln oder ein kleines „Danke“ auch mehr als über fünf Sterne im Internet.

Über eine schlechte Bewertung ärgert man sich natürlich trotzdem – wie Apotheker Thomas Luft, der am Sonntagmorgen einen Anrufer mit asiatischer Vorwahl, der nach dem shop owner fragte, für Spam hielt. Zack, hatte er einen bösen Google-Eintrag mehr, Schwamm drüber.

Schwerer wiegt da die schlechte Beurteilung der Pharmazierätin. Wenn man zum Beispiel neun Minuten zu spät in seiner Offizin aufkreuzt und die PTA schon aufgesperrt hat. Der Apotheker aus Dachau bekam ein Ordnungsgeld aufgedrückt, legte aber erfolgreich Beschwerde dagegen ein. Der Richter am Verwaltungsgericht fand laut einem Bericht der Lokalpresse, mit dem womöglich jetzt noch drohenden berufsrechtlichen Verfahren sei der Inhaber gestraft genug. Das dürfte nach Lage der Dinge allerdings auch ausbleiben.

Nicht unbedingt mit einem blauen Auge davongekommen, aber immerhin die Höchststrafe umgangen hat ein Apotheker aus Düren. Der war jahrelang etwas zu kreativ bei der Steuererklärung, so dass er vom Amtsgericht verknackt wurde. Das Verwaltungsgericht befand den verhängten Entzug der Betriebserlaubnis für gerechtfertigt, den ebenfalls verhängten Entzug der Approbation aber dann doch zu harsch. Als angestellter Apotheker darf er also weiterhin tätig sein, nur das Kassemachen wird womöglich einem anderen Kollegen übertragen.

Zu wenig Geld in der Kasse hatte auch die easy-Apotheke auf der Düsseldorfer Luegallee. Die Inhaberin musste kurz vor Weihnachten leider Insolvenz anmelden. Derzeit sind die Macher der Kooperation offenbar fieberhaft auf der Suche nach einem Nachfolger für den Standort. Noch im Januar soll dort wieder alles easy sein.

Ein anderer easy-Apotheker hatte dagegen Glück in der Liebe. Die bekannte Drag-Queen Nina Queer hat sich in den Pharmazeuten verliebt, die beiden sind jetzt ein Paar. In Mexiko die große Liebe sucht dagegen Pharmareferentin Christina Graß. Das heißt: Vielleicht hat sie sie auch schon gefunden. Wir werden es erst erfahren, wenn die aktuelle Bachelor-Staffel durch ist.

Etwas früher steht das große Finale für Friedemann Schmidt an. Dem ABDA-Präsidenten steht am 17. Januar seine vielleicht schwierigste Mitgliederversammlung bevor. Denn dass die Kammern und Verbände für das von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vorgeschlagene Maßnahmenpaket fünf Sterne vergeben, ist eher nicht zu erwarten. Eher gar nicht. Gegenvorschläge einer sozialistischen Umverteilung erscheinen aber auf den ersten Blick auch nicht als Mittel der Wahl. Und auf den zweiten noch weniger. ABDA-Präsident Schmidt hält mit einer Homestory dagegen, um der aufkommenden schlechten Laune zu trotzen.

Wer jetzt denkt, dass es dieser Tage vielleicht zu riskant ist, eine Apotheke zu kaufen und sich lieber in einen Pachtvertrag retten möchte, der sei gewarnt. Jede Konstellation hat ihre Tücken. Und plötzlich wird man vom Erben vor Gericht gezerrt, der einem vorwirft, die Apotheke geklaut zu haben. Darauf einen Wick Medinait (WDR). Bevor sich der befreundete Sender RTL wieder ganz im Dschungel versenkt, gab es noch schnell ein paar Apothekentipps. Auf vergleichbarem Niveau.

Zum Schluss noch zwei Smalltalk-Themen für Ihr Wochenende: Tiere und Wetter. Es ist bewiesen, dass sich Hund und Herrchen nicht immer ähnlicher werden. Sie waren es immer schon, diese Kollegen beweisen es. Weniger unbeschwert diskutiert man dieser Tage über das Schneechaos. Alles Gute für die Eingeschneiten! Trostpflaster für diesen Filialleiter: Er hat Notdienstzimmer und damit immerhin ein Bett. Schönes Wochenende!

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