Von der Mücke zum Menschen und wieder zurück: der Lebenszyklus des Erregers

Der Verursacher der Malaria ist nicht etwa die Anopheles-Mücke, sondern ein Einzeller namens Plasmodium falciparum, der für seine Entwicklung sowohl die Anopheles-Mücke als auch den Menschen benötigt. Der Lebenszyklus des Parasiten gliedert sich in die Phase der asexuellen Schizogonie, die im Menschen stattfindet, und in die sexuelle Sporogonie innerhalb der Mücke [1].

Asexuelle Schizogonie: Beim Stich überträgt ein infiziertes Anopheles-Weibchen mit dem Speichel so genannte Sporozoiten, eines von mehreren Entwicklungsstadien des Erregers. Mit dem Blut gelangen sie in die Leber, wo sie in die Hepatozyten eindringen und zu Schizonten reifen. Innerhalb der Schizonten vermehren sich die Erreger und gelangen nach dem Platzen des Schizonten und der Zerstörung der Leberzelle als Merozoiten erneut in die Blutbahn (prä-erythrozytäre Phase). Der Erreger befällt nun die Blutzellen und entwickelt sich in ihnen erneut zum Schizonten, aus dem – wie schon in der Leber – große Zahlen von Trophozoiten hervorgehen. Dies zerstört die Blutzelle und die Trophozoiten gelangen ins Blut, wo sich einige zu männlichen, andere zu weiblichen Gametozyten entwickeln (erythrozytäre Phase) [1][2].

 

Sexuelle Sporogonie: Sticht eine Mücke zu, nimmt sie mit dem Blut auch Gametozyten auf. In der Darmschleimhaut der Mücke findet nun eine geschlechtliche Vermehrung der Erreger statt. Schließlich wandern die fertigen Sporozoiten in die Speicheldrüsen der Mücke; mit dem nächsten Stich beginnt der Kreislauf von vorne [1][2].

 

Dieses komplexe Zusammenspiel der Entwicklungsschritte ist stark temperaturabhängig, was die Verbreitung von Plasmodium falciparum auf besonders warme und – für die Eiablage wichtig – feuchte Gebiete beschränkt [3]. Bei den mindestens erforderlichen 20 °C Außentemperatur benötigt der Erreger 20 Tage, bei 25 °C dagegen nur 14 Tage. Die Entwicklungsschritte vollziehen sich bei höheren Temperaturen stoffwechselbedingt schneller und die Wahrscheinlichkeit einer Übertragung auf den Menschen vor dem Tod der Mücke steigt [4].

1 Robert Koch Institut: Malaria – RKI-Ratgeber für Ärzte.

2 Vergin, Dr. Sandra: Update zur Malaria-Prophylaxe, Reihe Blickpunkt Medizin, Düsseldorf 2016, S. 2.

3 Internisten im Netz: Malaria – Formen und Vorkommen.

4 Fritze, Eugen/May, Burkhard (Hrsg.): Die ärztliche Begutachtung: Rechtsfragen, Funktionsprüfungen, Beurteilungen, Beispiele, Springer: Heidelberg 1992, S. 359.