Prophylaxe – gut vorbereitet die Reise genießen

Nicht nur Urlaubsreisen in exotische Länder können eine hohe Infektionsgefahr bergen. Auch für Geschäftsreisen oder Familienbesuche gilt es, vor Reiseantritt das Risiko am Aufenthaltsort zu prüfen und rechtzeitig Vorkehrungsmaßnahmen zu treffen, um eine Infektion mit Malaria zu verhindern. Eine ärztliche Beratung hilft, den notwendigen und empfohlenen Impfschutz für das Reiseziel aufzubauen. Im Falle der Malaria bleibt lediglich die Prophylaxe: noch gibt es keinen Impfstoff gegen die Parasiten.

Grundsätzlich kann man einer Malaria-Infektion auf zwei Arten vorbeugen:

Expositionsprophylaxe: Stich mich nicht!

Die Expositionsprophylaxe sorgt dafür, dass die Mücke gar nicht erst zum „Stich“ kommt. Dabei kommen vor allem Moskitonetze über den Schlafplätzen zum Einsatz, aber auch helle und dicht gewebte und den Körper bedeckende Kleidungsstücke schützen vor einer möglichen Übertragung der Malaria tropica. Auf unbedeckte Hautstellen wie beispielsweise die Hände oder das Gesicht sollten regelmäßig Insektenschutzmittel aufgetragen werden, um die Mücken fernzuhalten. Dabei sollten Reisende darauf achten, dass die darin enthaltene Konzentration des Wirkstoffs Diethyltoluamid (DEET) mindestens 30 % beträgt. DEET wirkt auf die Geschmacks- und Duftrezeptoren der Insekten und verhindert so Stiche auf der behandelten Haut [1]. Zusätzlich können Aufenthalts- oder Schlafräume mit Insektiziden behandelt werden, um die Überträger zu töten. Ideal für die Nacht sind geschlossene und klimatisierte Räume, da sie verhindern, dass die nachtaktive Anopheles-Mücke die Schlafenden unbemerkt sticht [2][3].

Chemoprophylaxe und Stand-by-Therapie

In Malaria-Risikogebieten ist oft eine Chemoprophylaxe erforderlich. Dabei werden Medikamente vorsorglich eingenommen, um eine Infektion zu verhindern. Arzneimittel zur Chemoprophylaxe greifen in den Entwicklungszyklus des Parasiten ein und können so seine Vermehrung und damit die Übertragung der Parasiten verhindern [4].

Manche Wirkstoffe bieten hier wegen ihrer Verträglichkeit oder der für eine sichere Prophylaxe nötigen Einnahmedauer Vorteile, da sie für eine gute Wirksamkeit eine erheblich kürzere Vorlaufzeit benötigen und sich damit gut für spontane Last Minute Reisen eignen. Eine gute Verträglichkeit sorgt bei Reisenden mit Kurz- oder Langzeitaufenthalten in Gebieten mit hohem Infektionsrisiko dafür, dass das Prophylaxemedikament planmäßig eingenommen wird und seinen bestmöglichen Malariaschutz entfaltet.

In Malariagebieten mit geringem oder mäßigem Risiko können die Wirkstoffe zur Prophylaxe auch für den Notfall (Stand-by-Medikation) in der Reiseapotheke mitgeführt werden. Treten Fieber und Unwohlsein auf, kann der Reisende eine notfallmäßige Selbstbehandlung durchführen, bis die Malaria ärztlich bestätigt oder ausgeschlossen wurde [2].

Alle Malariamittel zur Chemoprophylaxe und Stand-by-Medikation sind verschreibungspflichtig. Da die Medikamente aber nicht erstattungspflichtig sind – also nicht unbedingt von den Krankenkassen übernommen werden – müssen Reisende die Kosten zunächst selbst tragen. Manche Kassen erstatten zwar den Preis für die Malariamedikation; die Reisenden sollten aber in jedem Fall einen Teil des Reisebudgets für die Prophylaxe einplanen und sich bei ihrer Krankenkasse über eine mögliche Rückerstattung informieren. Bei manchen Malariamitteln gibt es hier mittlerweile preisgünstige Generika, die die Reisekasse der Urlauber entlasten.

Die beste Prophylaxe für alle Reisenden ist jedoch ein solides Wissen über die aktuelle Risikosituation vor Ort. Auf dieser Basis hilft ein Tropen- oder Reisemediziner, anhand einer Nutzen-Risiko-Bewertung den bestmöglichen Vorsorgeplan zu erstellen. Auch mögliches Fehlverhalten, das im schlimmsten Falle zu einer schwerwiegenden Infektion führen kann, wird in einem Beratungsgespräch thematisiert.

Quellen

1 Youngseok Lee Y, Kim S H, Montell C (2010): Avoiding DEET through Insect Gustatory Receptors. Neuron Volume 67, Issue 4, 2010, 555–561.

2 Robert Koch Institut: Malaria – RKI-Ratgeber für Ärzte.

3 CRM Krankheitsübertragende Insekten, Insektenflyer 2012.

4 WHO: World Malaria Report 2015, S. 3.