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OTC-Hersteller

Sidroga/Emser vor dem Verkauf

Berlin - Die aus der Apotheke bekannten Marken Sidroga und Emser stehen nach Informationen von APOTHEKE ADHOC vor dem Verkauf. Die Strüngmann-Familie will sich von der Strathos-Gruppe mit den Sparten Sidroga und Siemens & Co. trennen.

 

Die Unternehmensgruppe mit Sitz in Bad Ems kommt nicht zur Ruhe. Im vergangenen Jahr tauschten die Eigentümer das Management nahezu komplett aus. Als neuer CEO sollte Stefan Prebil für frischen Wind sorgen und den Verbund „aus dem Dornröschenschlaf wachküssen“. Verdoppeln wollte er den Umsatz in seinen ersten drei Jahren. Doch der Schweizer ist schon wieder weg.

Marc Denker hat an seiner Stelle die Leitung übernommen. Der ehemalige Vorstand des Pflasterherstellers LTS Lohmann war erst im vergangenen Herbst als Marketing- und Vertriebschef zu Strathos gekommen. Schon wenige Monate nach seinem Antritt musste er sich einem Sturm der Entrüstung stellen, den Sidroga mit der Einführung der dm-exklusiven Marke Sidrosan unter den Apothekern ausgelöst hatte. Mit den Antimykotika von Emcur muss er den nächsten Balanceakt hinlegen.

Nun rückt also ein Verkauf der gesamten Gruppe näher. Angeblich gibt es einen Interessenten aus Frankreich, eine Entscheidung gibt es aber noch nicht. An der Struktur der Gesellschafter habe sich nichts geändert, so Denker. Sidroga war 2007 in angeschlagenem Zustand von der Siegfried-Gruppe übernommen worden. Emser hatte die Strüngmann-Familie bereits 1998 gekauft; ursprünglich war die Firma 1958 von den Erben des Industriellen Friedrich Siemens gegründet worden.

 

Derzeit arbeiten für die Strathos-Gruppe rund 150 Mitarbeiter in Deutschland, davon 36 im Apothekenaußendienst. Der Umsatz von Siemens lag zuletzt bei 18,5 Millionen Euro, der von Sidroga bei 12,2 Millionen Euro. Auf Basis von Apothekenverkaufspreisen liegen beide Sparten ungefähr gleichauf bei rund 30 bis 40 Millionen Euro.

Mit im Führungsteam von Strathos sind Michaela Steffens (Personal), Christian Hoffmann (Operations) und Alex Thomae (Finanzen). Der Geschäftsbereich Apotheke wird von Bettina Fuchs betreut, für den Mass Market ist Jens Pieper zuständig.

Nicht mehr zur Gruppe gehört bereits seit einigen Monaten Klinge. Die ehemalige OTC-Sparte von Astellas mit Marken wie Venostasin, Alfason und Arctuvan war Anfang 2014 übernommen worden und sitzt mittlerweile mit zwölf Mitarbeitern in Holzkirchen. Zusätzlich rücken Rx-Arzneimittel in den Fokus, darunter Vertigo Vomex plus Cinnarizin und Camlostar. In diesem Segment will das Unternehmen in eigene Forschungs- und Entwicklungsprojekte investieren. Außerdem soll ein eigener Arzt-Außendienst aufgebaut werden. Erst vor Kurzem hatte sich die Strüngmann-Familie von Neuraxpharm getrennt.

 

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